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SWR2 Forum | 60 Jahre Bundesrepublik Mythenland ist abgebrannt –

Braucht Deutschland eine politische Sinnstiftung?

Sendung vom Dienstag, 19.5.2009 | 17.05 Uhr | SWR2



Es diskutieren:
Prof. Dr. Ute Frevert, Historikerin, Direktorin des Bereichs "Geschichte der Gefühle", Max-Planck-Institut für Bildungsforschung, Berlin
Prof. Dr. Herfried Münkler, Politikwissenschaftler, Humboldt-Universität Berlin
Dr. Michael Naumann, Verleger, Politiker, „ZEIT“-Herausgeber, Hamburg
Moderation: Eggert Blum

„Glücklich das Land, das keine Helden nötig hat“, schrieb Bertolt Brecht. Warum? Weil Helden Mythen schaffen und nationale Größe suggerieren? Weil sie deshalb gefährlich sind, siehe „Drittes Reich“. In der gegenwärtigen Wirtschaftskrise besinnen sich viele Nationalstaaten auf ihre Helden und Mythen. Die USA auf die Pilgerväter, die Pioniere und die Einwanderer. Frankreichs Nationalfeiertag erinnert an die Revolution von 1789. Die deutsche Mythenlandschaft jedoch ist – 60 Jahre nach Gründung der Bundesrepublik und 20 Jahre nach dem Mauerfall – vergleichsweise arm und karg. Der einzige echte Held: die D-Mark? Wiederaufbau, Währungsreform und Wirtschaftswunder als Heldenerzählungen? Und dann: Mythos Wiedervereinigung? Braucht das demokratische Deutschland wirklich große, sinnstiftende Erzählungen, wie der Politikwissenschaftler Herfried Münkler meint? Wo liegen die Gefahren einer solchen politischen Sinnstiftung?

Buch-Tipp:
Herfried Münkler: Die Deutschen und ihre Mythen, Rowohlt Berlin Verlag 2009, 24,90 Euro

Letzte Änderung am: 19.05.2009, 12.29 Uhr