Sendung vom Sonntag, 19.2. | 20.03 Uhr | SWR2
André Campra:
"Le Carnaval de Venise",
Opern-Ballett in 3 Akten und einem Prolog (Paris 1699)
Isabelle: Salomé Haller
Léonore: Marina De Liso
Rodolphe: Andrew Foster-Williams
Léandre: Alain Buet
Un des arts, un musicien, un esclavon, un masque, le chef des castellans, un gondolier, Orfeo: Mathias Vidal
Euridice: Sarah Tynan
Minerve, la fortune, un'ombra fortunata: Blandine Staskiewicz
L'ordonnateur, le carnaval, Plutone: Luigi De Donato
Choeur et Orchestre du Concert Spirituel
Leitung: Hervé Niquet
In Frankreich hat man im 17. Jahrhundert ausgesprochen standhaft eine eigene Tradition des Musikdramas entwickelt. Hauptverantwortlicher war der Italiener Lully, der allgewaltige Hofkapellmeister Ludwig des XIV. Diese Erfindung der französischen "Tragédie lyrique" ist gelungen; von da, also der etablierten Form der französischen Oper aus betrachtet, erscheint die italienische Oper fast wie exterritoriales Gebiet. Und wenn der Franzose André Campra (1660 - 1744) gelegentlich Italienisches in seine Opern einbringt, so war das seinerzeit eine Art Exotismus, der beim Publikum gut ankam.
1699 wurde sein "Carneval de Venise" in Paris erstmals gegeben. Wesentlicher Höhepunkt in diesem Bilderbogen ist eine vollständige italienische Opernszene, sprich "Orfeo nell' inferi". Dieser Abstieg des Orpheus in die Hölle ist schon ein Theatercoup genug, doch drum herum gelegt sind die Liebesumwege zweier junger Leute im venezianischen Karneval. Französisches und Italienisches vermischt sich wirkungsvoll in einem Rausch von harmonischen Farben, Gesang und Tanz. Die schöne Neuproduktion unter Hervè Niquet macht dieses Erlebnis für heute wieder nachvollziehbar.
Letzte Änderung am: 19.02.2012, 17.11 Uhr