Oper in 3 Szenen, einem Intermezzo und einem Epilog
Sendung vom Sonntag, 12.2. | 20.03 Uhr | SWR2
Von Hans Thomalla

Uhrauffuehrung am Staatstheater Stuttgart: "FREMD" - Oper in drei Szenen, einem Intermezzo und einem Epilog von Hans Thomalla
Besetzung
Medea: Annette Seiltgen
Jason: Stephan Storck
Kind 1: Julia Spaeth
Kind 2: Carlos Zapien
Die Argonauten: 8 Altistinnen, 12 Tenöre und 18 Bässe des Staatsopernchors
Staatsorchester Stuttgart
Leitung: Johannes Kalitzke
(Aufführung vom Juli 2011 in der Stuttgarter Staatsoper)
Zwei Welten begegnen sich, die Abenteurer der Argonauten und Medea, die barbarische Zauberin. Fremdheit herrscht überall, das chaotisch-archaische Prinzip der Frauen, stößt auf die heldische Systematik der Männer. Medea und Jason werden ein Paar, das nicht funktioniert. Der Komponist Hans Thomalla (*1975), eben ausgezeichnet mit dem Förderpreis der Ernst von Siemens-Stiftung, hat die mythischen Wege des Stoffes abgewogen, in Stationen vermessen und zu einem zerbrechlichen Musikdrama zusammengefügt. Verschiedene Schichten der Überlieferung begegnen sich auf schwankendem Grund. Bis zu einer stacheligen "Medea"-Paraphrase frei nach Cherubini wagt sich Hans Thomalla vor.
Die Wahrnehmung wird immer wieder aufgebrochen. Trotz der durchaus zentralen Perspektive von Jason und Medea ist das ein kollektives Erzählen mit Musik, im wahrsten Sinne des Wortes. Hauptfigur ist der Chor der Staatsoper Stuttgart, ihm ist das Werk auch gewidmet. Der Chor erscheint als ein Heer von Solisten, jeder hat eine Stimme, jeder kann ein Held sein. Das schließt andere Hauptfiguren am Rande der Mitte nicht aus.
SWR2 hat die Uraufführung im Juli 2001 mitgeschnitten und sendet eine neu gemischte Version in 5.1. Der Komponist führt durch sein Werk, - gesprächsweise. Die Fragen stellt Reinhard Ermen.
Letzte Änderung am: 09.02.2012, 10.44 Uhr