Sendung vom Mittwoch, 18.1. | 9.05 Uhr | SWR2
mit Thomas Rübenacker
Die Herrschenden aller Zeiten instrumentalisierten die Kunst gern für ihre Zwecke, besonders die Musik. Im Barock und der Klassik herrschte noch adliges Repräsentationsdenken; man wollte nicht nur sagen: Ich baue die prächtigsten Schlösser, veranstalte die besten Parforcejagden, sondern: Ich habe das schönste Opernhaus, den besten Komponisten. Händel war praktisch der Londoner "composer laureatus" in Diensten des Königshofes. Mozarts frühe Opern sind Krönungs- und Hochzeitsfesten gewidmet. Ebenso Rossinis "Reise nach Reims", eine Krönungsoper für den letzten Bourbonen - in Reims. Richard Strauss belieferte die Nazis, Elgar das Empire, Verdi war in Italien so populär, dass fast jede seiner Opern "politisch" wirkte. Sogar der subversive Berlioz komponierte zur Beisetzung Napoleons eine "Symphonie funèbre et triomphale". Im stalinistischen Russland trieben dann wahre Größen wie Schostakowitsch oder Prokofjew die Unterwürfigkeit auf die Spitze, mit Kantaten "Zur glorreichen Weizenernte der Komsomol im Jahre 1950" und ähnlichem.
Emilia Giuliani:
Capriccio für Gitarre
Siegfried Schwab (Gitarre)
Wolfgang Amadé Mozart:
„La clemenza di Tito“, Ouvertüre
English Baroque Soloists
Leitung: John Eliot Gardiner
Ludwig van Beethoven:
„Der glorreiche Augenblick“
The Collegiate Chorale
Orchestra of St. Luke's
Leitung: Robert Bass
Albert Lortzing:
„Regina“
Anton Maxen
Martin Finke
Kölner Rundfunkchor
WDR Sinfonieorchester Köln
Leitung: Marek Janowski
Giuseppe Verdi:
„Hymne der Nationen“
Luciano Pavarotti
Philharmonia Chorus
Philharmonia Orchestra
Leitung: James Levine
Johannes Brahms:
„Triumphlied“ op. 55
Wolfgang Brendel
Prager Philharmonischer Chor
Tschechische Philharmonie
Leitung: Giuseppe Sinopoli
Edward Elgar:
„Pomp & Circumstance“, Marsch Nr. 1
BBC Symphony Orchestra
Leitung: Andrew Davis
Letzte Änderung am: 11.12.2011, 04.00 Uhr