Wandeln nach Noten (1)
Sendung vom Dienstag, 2.11.2010 | 9.05 Uhr | SWR2
mit Doris Blaich

Im Labyrinth kann man sich – anders als im Irrgarten – nicht verlaufen. Es gibt nur einen einzigen Weg, und der führt zwangsläufig in die Mitte. Wer wieder hinaus will, muss sich um 180 Grad drehen, alle Umwege und Kehrtwenden zurückgehen und schließlich feststellen, dass Ein- und Ausgang identisch sind.
Das Labyrinth ist ein uraltes Symbol. Seit 5000 Jahren steht es in verschiedenen Kulturen für den Lebensweg des Menschen: für Geburt und Tod, Wandlung, Reifung und Orientierung. In den letzten Jahren hat man die Kraft dieses Symbols wiederentdeckt und allein in Deutschland über 100 neue begehbare Labyrinthe gebaut.
Auch in der Musikgeschichte hat das Labyrinth seine Spuren hinterlassen: etwa in den Spiegelkanons von Johann Sebastian Bach, in den schier endlosen harmonischen Windungen Schuberts oder ganz konkret in der "Chartres"-Komposition von Paul Giger, die musikalisch auf dem berühmten gotischen Labyrinth der Kathedrale von Chartres wandelt.
Emilia Giuliani:
Capriccio für Gitarre
Siegfried Schwab (Gitarre)
Franz Schubert:
„Winterreise“ aus „Liederzyklus“
für Singstimme und Klavier D 911 op. 89
„Der Wegweiser“
Christoph Prégardien (Tenor)
Andreas Staier (Hammerklavier)
Pietro Antonio Locatelli:
Caprice für Violine und Klavier
"Le Labyrinthe Harmonious labyrinth"
David Oistrach (Violine)
Frieda Bauer (Klavier)
Anonymus:
„Bisogna morire“,
Passacalli della vita
Suzie Le Blanc
Steve Dugardin
Randall Meyers:
“Labyrinth for piano solo”
Ewa Kupiec (Klavier)
Marin Marais:
“Le Labyrinthe” für Viola da gamba
und Theorbe aus
“Pièces de violes, quatrième livre”
Hille Perl
Lee Santana
Joseph Haydn:
Sinfonie Nr. 47 G-Dur
3. Satz Menuet al Roverso. Trio al Roverso
Ensemble Tafelmusik
Leitung: Bruno Weil
Hans Werner Henze:
„Labyrinth“, Ballett für Perkussioninstrumente
aus „Tanzstunden“,
Ballett-Triptychon für Orchester
Radio-Sinfonieorchester Stuttgart
des SWR
Leitung: Sebastian Weigle
Letzte Änderung am: 26.09.2010, 03.17 Uhr