Sendung vom Sonntag, 4.12.2011 | 9.03 Uhr | SWR2
Sonntagsfeuilleton mit Carsten Otte
Die Rute von Knecht Ruprecht, einst Züchtigungsinstrument für unartige Kinder, hat ausgedient. Das Zuchthaus heißt heute Strafvollzugsanstalt, und "Zucht und Ordnung", lange Zeit oberstes Gebot in Schule, Staat und Militär, gilt nicht mehr als Erziehungsideal. Ursprünglich bezog sich der Begriff "Zucht" auf "Züchten", also das Eingreifen des Menschen ins Saatgut von Pflanzen oder in die Besamung von Tieren. Erst in der Neuzeit kam die Bedeutung "Züchtigung", also Strafe, dazu. Die Matinee beschäftigt sich heute mit diesem doppelten Sinn des Begriffs "Zucht". Wir besuchen einen Kartoffelbauern, der alte Kartoffelsorten neu anbaut, sprechen mit einem Rosenzüchter und fragen, unter welchen Bedingungen Hanf gut gedeiht. Wir sehen uns an, welche Modehunde – vom Dalmatiner bis zum Dackel – besonders gefragt sind, sprechen mit dem Hauptsattelmeister des Gestüts Marbach über die Pferdezucht und gehen der Frage nach, ob, wie in dem Film "Jurassic Park", die moderne Gentechnologie ausgestorbene Tiere wieder zum Leben erwecken kann. Wir beleuchten die Geschichte des Strafvollzugs mit Professor Andreas Roth von der Universität Mainz, und unser Autor Hartwig Tegeler stellt Filme vor, in denen Zucht und Ordnung ins Gegenteil umschlagen. Wir haben ein kleines Hörspiel für Sie und natürlich unser Rätsel.
Redaktion: Sabine Grimkowski
Musik: Kerstin Unseld
Letzte Änderung am: 24.11.2011, 14.47 Uhr