Sonntagsfeuilleton mit Stefanie Junker
Die Idee des Roboters gehört zum mythischen Grundbestand unserer Kultur. Schon in der Antike gab es die Vorstellung vom Automaten, der, von Menschenhand geschaffen, in Konkurrenz zum Menschen tritt. Der Begriff Roboter wurde erst im 20. Jahrhundert durch die Science-Fiction-Literatur geprägt. 1921 schrieb der tschechische Autor Karel Èapek in seinem Theaterstück R.U.R. über menschenähnliche Arbeiter, die in großen Tanks herangezüchtet werden. Längst nicht alles, was sich Literaten ausgedacht haben, konnten Techniker umsetzen, doch die Entwicklung ist rasant: Inzwischen werden Erkundungsroboter auf dem Mond und Kampfroboter in Afghanistan eingesetzt.
An der Heimatfront arbeiten Roboter, die Staub saugen, den Rasen mähen oder mit den Kindern spielen. Robotertiere wie die Robbe Paro helfen in der Psychotherapie, und die Autoindustrie arbeitet an Roboterfahrzeugen, die sich ganz ohne Wagenlenker fortbewegen können. Seit der Jahrtausendwende beeindruckt Asimo die Fachwelt, ein humanoider Roboter, der Treppen steigen, sprechen und sogar "Gefühle" zeigen kann. Doch wie menschlich sind diese humanoiden Roboter tatsächlich? Und in welche Richtung geht die Forschung? Werden Roboter eines Tages eine "Persönlichkeit", gar "Individualität" haben, "frei" sein? Wie viel Entscheidungsspielräume will der Mensch dem Roboter überhaupt zubilligen, welche ethischen und rechtlichen Probleme tauchen auf, wenn die Roboter immer menschlicher werden? Sind Roboter die besseren Menschen? So oder so, unseren technischen Partnern gehört die Zukunft.
Redaktion: Carsten Otte
Musikredaktion: Kerstin Unseld
Letzte Änderung am: 26.01.2010, 14.43 Uhr
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