Sendung vom Dienstag, 20.9.2011 | 22.05 Uhr | SWR2
Der Stoff, aus dem man Bücher macht
Von Ralph Gerstenberg und Carsten Würmann
Geborgt oder geklaut? Oder selbst erlebt? Geschichten entstehen nicht aus dem Vakuum und auch nicht aus der schieren Kreativität des Schriftstellerhirns. Irgendwelche konkreten Erfahrungen liegen jeder Literatur zugrunde. Was aber, wenn der Literat in seinem ruhigen Leben nicht allzu viel erfahren hat? Dann greift er auf andere Erfahrungen zurück. Thomas Mann bediente sich für seinen "Zauberberg" bei einem gewissen Johannes Uhtenwoldt und dessen Schilderung einer Kurklinik in Davos. Teenager-Shooting-Schreiberin Helene Hegemann borgte sich für ihren Bestseller "Axolotl Roadkill" die wilden Bekenntnisse eines Bloggers namens Airen aus. Plagiat oder Leihnahme? Die Frage ist nicht nur eine juristische, sondern eine Grundsatzfrage: Wie kommen Schriftsteller zu ihrem Stoff?
Letzte Änderung am: 15.09.2011, 19.10 Uhr