Sendung vom Dienstag, 20.5.2008 | 20.03 Uhr | SWR2
Ein Besuch bei der Lyrikerin Anja Utler
Von Ulrike Janssen und Norbert Wehr
Die in Wien als Sprecherzieherin, Slavistin und Schriftstellerin lebende Anja Utler wurde früh von Thomas Kling entdeckt und in sein Sprachlabor, die Raketenstation Hombroich, eingeladen. Sie studierte bei ihm, doch sie wurde keine Epigonin. Ihre Gedichte, die auf den ersten Blick so unscheinbar wirken, sind zyklisch organisierte Sprachminiaturen von größter Präzision, sind Text-Gewebe, Texturen, Klanginstallationen. Die Texte, die an den Grenzen der Syntax laborieren, werden durch semantische Brüche und Verschiebungen ständig neu angeordnet und umkomponiert. Mit ihren eigenwilligen poetischen Techniken, die unmittelbar an den Ursprung der Sprache in Kehlkopf und Gurgel führen, ist sie zu einer der exponiertesten Stimmen im Chor der jungen avancierten Dichtung geworden. Ulrike Janssen und Norbert Wehr haben Anja Utler in ihrem Wiener Sprachlabor besucht und zeichnen ein vielstimmiges Porträt.
Letzte Änderung am: 20.05.2008, 21.20 Uhr