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Dienstag, 6. Oktober 2009, 14 bis 16 Uhr

"Es ist auffällig, wie sich der gute Ton aus meinem Begriff der Schönheit entwicklen lässt. Das erste Gesetz des guten Tones ist: Schone fremde Freiheit. Das zweite: Zeige selbst Freiheit. Die pünktliche Erfüllung beider ist ein unendlich schweres Problem, aber der gute Ton fordert sie unerlässlich, und sie macht allein den vollendeten Weltmann.
Ich weiss für das Ideal des schönen Umgangs kein passenderes Bild als einen gut getanzten englischen Tanz. Ein Zuschauer aus der Galerie sieht unzählige Bewegungen, die sich aufs bunteste durchkreuzen und ihre Richtung lebhaft und mutwillig verändern und doch niemals zusammenstossen. Alles ist so geordnet, dass der eine schon Platz gemacht hat, wenn der andere kommt, alles fügt sich so geschickt und doch wieder so kunstlos ineinander, das jeder nur seinem eigenen Kopf zu folgen scheint und doch nie dem andern in den Weg tritt. Es ist das treffendste Sinnbild der behaupteten eigenen Freiheit und der geschonten Freiheit des anderen."
Friedrich Schiller
Letzte Änderung am: 24.09.2009, 17.52 Uhr
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