Sendung vom Dienstag, 8.7.2008 | 20.03 Uhr | SWR2
oder Vom Heroismus,
Bücher zu besprechen
Von Gisa Funck
Krise ist immer. Seit es in Deutschland Literaturkritik gibt, gibt es Literaturkritiker, die sie für überflüssig erklären. Gelesen wird dennoch. Und es wird rezensiert. Aber wie und von wem? Der verreißwütige Kritikerpapst à la Reich-Ranicki ist längst historisches Klischee. Heute sind Rezensenten bestenfalls Wanderprediger. Unterwegs zwischen allen Ansprüchen und Erwartungen, hockend zwischen allen Stühlen und innerlich zerrissen zwischen Bauchgefühl und Verkopfung. Soll der Kritiker Wissenschaftler sein? Oder Journalist? Oder Unterhaltungskünstler? Oder Werbetrommelrührer der Verlage? Oder soll er einfach schweigen, weil sich die Leser in Internetforen selbst ihre Kritiken schreiben. Gisa Funck – selbst Buchrezensentin, die bisweilen von Berufszweifeln geplagt wird – stellt die neuesten Entwicklungen der literaturkritischen Dauerkrise dar.
Letzte Änderung am: 08.07.2008, 21.06 Uhr