SENDETERMIN Di, 15.1.2013 | 22.03 Uhr

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SWR2 Literatur

Die SWR-Bestenliste

Aus der Jury diskutieren die Literaturkritiker Ursula März und Hajo Steinert über ausgewählte Bücher. Moderation: Helmut Böttiger

Helmut Böttiger

Helmut Böttiger

Platz 1: Peter Handke/Siegfried Unseld: Der Briefwechsel. Suhrkamp Verlag, 39,95 Euro
Platz 3: Kevin Vennemann: Sunset Boulevard: Vom Filmen, Bauern und Sterben in Los Angeles, Suhrkamp, 14,00 Euro
Platz 5: Siegfried Lenz: Amerikanisches Tagebuch 1962. Hoffmann und Campe, 19,99 Euro
Platz 10: Howard Jacobson: Liebesdienst. Deutsche Verlagsanstalt, 22,99 Euro

(Aufzeichnung aus dem PrinzMaxPalais Karlsruhe)

PETER HANDKE / SIEGFRIED UNSELD: Der Briefwechsel

Buch

Peter Handke / Siegfried Unseld

Verlag:
Suhrkamp Verlag
Genre:
Belletristik
Preis:
39,95 Euro
Bestellnummer:
ISBN: 978-3-518-42339-4
Extras:
798 Seiten

Mittelschwere Lektüre

"Sehr geehrter Herr Handke", "sehr geehrter Herr Doktor", "lieber Peter", lieber Siegfried" - Briefe aus 35 Jahren, ein nur sehr selten erschöpfter Verleger, ein nicht ganz einfacher Autor, Freunde, weil sie bei allen Spannungen eines teilen: den Dienst an der Literatur.





Zu den Autoren:

Peter Handke, 1942 in Griffen (Kärnten) geboren. Die Familie mütterlicherseits gehört zur slowenischen Minderheit in Österreich; der Vater, ein Deutscher, war in Folge des Zweiten Weltkriegs nach Kärnten gekommen. Im März 1966 erscheint sein erster Roman Die Hornissen. Im selben Jahr 1966 erfolgt die Inszenierung seines inzwischen legendären Theaterstücks Publikumsbeschimpfung in Frankfurt in der Regie von Claus Peymann.

Seitdem hat er mehr als dreißig Erzählungen und Prosawerke verfaßt, z.B. Die Lehre Sainet-Victoire (1981), Der Chinese des Schmerzes (1983), Die Wiederholung (1986), Mein Jahr in der Niemandsbucht (2004), Der Bildverlust (2002) sowie 2008 Die morawische Nacht.

Die Formenvielfalt, die Themenwechsel, die Verwendung unterschiedlichster Gattungen (auch als Lyriker, Essayist, Drehbuchautor und Regisseur ist Peter Handke aufgetreten) erklärte er selbst 2007 mit den Worten: »Ein Künstler ist nur dann ein exemplarischer Mensch, wenn man an seinen Werken erkennen kann, wie das Leben verläuft. Er muß durch drei, vier, zeitweise qualvolle Verwandlungen gehen.«


Siegfried Unseld wurde am 28. September 1924 in Ulm geboren und starb am 26. Oktober 2002 in Frankfurt am Main. Nach dem Abitur wurde er im Zweiten Weltkrieg zum Kriegsdienst einberufen und war drei Jahre lang, bis 1945, als Marinefunker im Einsatz. Nach seiner Rückkehr absolvierte er beim Ulmer Aegis Verlag eine Lehre als Verlagskaufmann. 1947 erhielt er durch die erstrebte Zulassung an der Universität Tübingen und studierte dort Germanistik, Philosophie, Nationalökonomie, Völkerrecht, Bibliothekswissenschaften und Sinologie.

1951 promovierte er mit einer Dissertation über Hermann Hesse zum Dr. phil. 1952 trat er in den Suhrkamp Verlag ein, wurde 1958 Gesellschafter der Suhrkamp Verlag KG und übernahm nach dem Tod Peter Suhrkamps die Verlagsleitung. Neben seiner beruflichen Tätigkeit besuchte er 1955 das von Henry Kissinger geleitete Internationale Seminar der Harvard Universität in Cambridge/Mass. (USA). Unseld führte die Verlage Suhrkamp und Insel und den 1981 von ihm gegründeten Deutschen Klassiker Verlag bis zu seinem Tod im Jahr 2002.

KEVIN VENNEMANN: Sunset Boulevard

Buch

Verlag:
Suhrkamp Verlag
Genre:
Belletristik
Preis:
14,00 Euro
Bestellnummer:
ISBN: 978-3-518-12646-2
Extras:
184 Seiten

Mittelschwere Lektüre

Julius Shulman war einer der großen Architekturfotografen Amerikas. Und verwandelte mit seinen coolen Bildern die moderne Sozialarchitektur von Los Angeles in Sozialprestige. Industrielles Design war chick. Die Normalverdiener blieben außen vor. Vennemann macht sich auf die Suche nach der Lüge im System Hollywood, die darum nicht weniger Wirkung hat.


Zum Autor:

Kevin Vennemann, geboren 1977 in Dorsten (Westfalen), lebt in New York. 2005 erschien im Suhrkamp Verlag sein erster Roman Nahe Jedenew. 2007 folgte der Roman Mara Kogoj.



SIEGFRIED LENZ: Amerikanisches

Buch

Verlag:
Verlag Hoffmann und Campe
Genre:
Belletristik
Preis:
19,99 Euro
Bestellnummer:
ISBN: 978-3-455-40422-7
Extras:
160 Seiten

Mittelschwere Lektüre

Fünf Wochen fährt der 36jährige Lenz durch das Amerika in der Zeit der Kubakrise. Er entdeckt ein Volk, das zusammenrückt, Selbstsicherheit, Freundlichkeit, Unverbindlichkeit, sehr enge Jeans, schöne Pferde, üppige Frühstücke. Und ganz europäisch eine große Leere im Zentrum der Umtriebigkeit.


Zum Autor:

Siegfried Lenz, 1926 im ostpreußischen Lyck geboren, zählt zu den bedeutenden und meistgelesenen Schriftstellern der Nachkriegs- und Gegenwartsliteratur. Für seine Bücher wurde er mit vielen wichtigen Preisen ausgezeichnet, unter anderem mit dem Goethepreis der Stadt Frankfurt am Main, dem Friedenspreis des Deutschen Buchhandels und mit dem Lew-Kopelew-Preis für Frieden und Menschenrechte 2009.

Seit 1951 veröffentlicht er alle seine Romane, Erzählungen, Essays und Bühnenwerke im Hoffmann und Campe Verlag. Zuletzt erschienen Schweigeminute (2008), Landesbühne (2009) und Die Maske (2011).



HOWARD JACOBSON: Liebesdienst

Buch

Verlag:
Deutsche Verlags-Anstalt (DVA)
Genre:
Roman
Preis:
22,99 Euro
Bestellnummer:
ISBN: 978-3-421-04406-8
Extras:
400 Seiten

Mittelschwere Lektüre

Felix Quinn ist Buchantiquar und mit Marisa verheiratet. Wenn da nur mehr Gefährdung wäre, Drama, Eifersucht, Betrug, Schmerz, Leiden. Darum macht sich Felix auf die Suche nach einem Liebhaber für seine Frau. Und findet ihn in Marius. Aber zählt das überhaupt? Eine inszenierte Affäre?


Zum Autor:

Howard Jacobson, 1942 in Manchester geboren, hat bisher zwölf Romane und vier Sachbücher vorgelegt. Jacobson zählt zu den renommiertesten Autoren Großbritanniens, er hat schon viele literarische Ehrungen für seine Romane erhalten, und Die Finkler-Frage wurde 2010 mit dem Booker-Preis ausgezeichnet, dem wichtigsten Literaturpreis der englischsprachigen Welt.




Über 100.000 Buchtitel pro Jahr oder etwa 274 Titel pro Tag erscheinen in Deutschland. Eine Jury aus derzeit 30 renommierten Literaturkritikern wählt jeden Monat zehn Bücher auf die "SWR-Bestenliste", denen sie möglichst viele Leser und Leserinnen wünscht. Während die üblichen Bestsellerlisten auf das Bekannte und Etablierte vertrauen, ist die "SWR-Bestenliste" auf der Suche nach Neuentdeckungen, nach unbekannten Autoren, für die nicht gleich der große Werbeetat eines Verlages zur Verfügung steht, die aber Aufmerksamkeit verdienen: Das garantiert monatlich immer wieder Neues, Überraschendes und Unterhaltendes.

Stand: 03.01.2013, 16.16 Uhr

aus der Sendung vom

Di, 15.1.2013 | 22.03 Uhr

Sendung zum Lesen

Sendezeit:

Dienstags von 22.03 bis 23.00 Uhr

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