Susanne Schädlich über die Bespitzelung in der eigenen Familie. Von Almut Engelien. SWR2 Leben vom 08.09.2009 Susanne Schädlich war zwölf, als sie 1977 mit ihrem Vater, dem Lyriker Hans-Joachim Schädlich, die DDR verließ. Doch die Hoffnung, damit den Fangarmen der Stasi zu entkommen, erfüllte sich nicht. Die Familie wurde weiterhin bespitzelt und zermürbt. Gut, dass es da ihren Onkel in der DDR gab, mit dem Susanne oft telefonierte und dem sie sich mit allem anvertrauen konnte. Doch dann stellte sich heraus, dass ausgerechnet er, der Hauptinformant der Stasi war. 15 Jahre nach seiner Entlarvung hat er sich unweit der Wohnung seiner Nichte erschossen. Almut Engelien fragt sie, was es für das weitere Leben bedeutet, so verraten zu werden, wie weit die Stasi in ihrer "psychologischen Kriegsführung" ging und welche Schlüsse sie aus ihren Erfahrungen gezogen hat.