Sendung vom Freitag, 1.6.2007 | 10.05 Uhr | SWR2
Eine Gedächtnis-Übung zum 40. Jahrestag
Von Claudia Wolff
2.Juni 1967 in Westberlin: Studenten-Demonstration gegen hohe Staatsgäste, den Schah von Persien, Reza Pahlevi, und seine Gemahlin Farah Diba. Am Abend kommt es vor der Deutschen Oper zu offenbar systematischen Prügel-Exzessen der Polizei, aus zahllosen Zeugenberichten spricht fassungsloses Entsetzen. Die eskalierte Polizei-Hysterie fordert schließlich ein Todesopfer: der Student Benno Ohnesorg, von dem keinerlei Gewalt ausgegangen war, wird von einem Zivilpolizisten in den Hinterkopf geschossen.
Der Tod des Benno Ohnesorg ist eine Urszene in der Geschichte der Protestbewegung: er radikalisiert die linken Studenten, die Außerparlamentarische Opposition - und er erregt und empört, weit über die studentische Szene hinaus, die linke und liberale Öffentlichkeit - scheint er doch einen Verdacht zu bestätigen, der lange schon schwelt. Im Vorfeld des von Unheils-Erwartung umwitterten G 8-Gipfels mag die Erinnerung an diesen 2.Juni als eine Art Mahnmal taugen.
Letzte Änderung am: 30.05.2007, 06.16 Uhr