In Memoriam Hermann Hoffmann (1928 – 1997)
Sendung vom Dienstag, 21.2. | 15.05 Uhr | SWR2
Am Mikrofon: Benjamin-Gunnar Cohrs
Hermann Hoffmann hat mehr als 40 Jahre lang Rundfunkgeschichte geschrieben. Zunächst lernte er Schlosser und Elektriker, studierte nach dem Krieg aber Musik in Detmold und wirkte u.a. in Oldenburg als Opernkapellmeister. Doch sein Herz schlug für den Rundfunk. 1955 bewarb er sich beim NDR, wurde jedoch abgelehnt, und so startete er von Celle aus einen Piratensender. Der Sender Zitrone erfreute sich rasch großer Beliebtheit, doch der Schwarzsender Hoffmann wurde bald erwischt. Der Prozess erregte Aufsehen, doch der Richter ließ Hoffmann gegen eine Geldbuße laufen. 1962 gelang es ihm dann, beim WDR die "Kleine Dachkammermusik" unterzubringen. Bis Ende der 80er entstanden über 670 Folgen, die samstags in der "Unterhaltung am Wochenende" ausgestrahlt wurden.
Hoffmanns Sendungen zeichneten sich durch eine unglaubliche Tonband-Tricktechnik aus. Hoffmann selbst schlüpfte in verschiedenste Rollen und "unterhielt" sich mit seinen fiktiven "Studiogästen" durch raffiniert eingeschnittene O-Töne. Für die "Dachkammer" schrieb er ständig neue Lieder und Parodien, wobei er sich im Studio am Klavier, an der Hammond-Orgel oder am Synthesizer selbst begleitete. Dieser ungewöhnliche Radiopionier verstarb vor 15 Jahren. Zur Erinnerung an Hermann Hoffmann wagt Benjamin-Gunnar Cohrs nun ein kühnes Rundfunk-Experiment: Er wird versuchen, mit dem Maestro selbst im Jenseits Kontakt aufzunehmen.
Letzte Änderung am: 22.02.2012, 16.03 Uhr