Navigation

Volltextsuche

SWR2 bei facebook SWR2 bei Twitter SWR2 bei YouTube SWR2-App SWR2 bei Facebook, Twitter und YouTube und als App

Sendungen A-Z

Radio im SWR

Seite vorlesen:

Netznotizen Der Papst im Internet

Livestreams und viel Gezwitscher

Bundestag, Olympiastadion, grüne Wiese in Thüringen, Freiburger Innenstadt. Der Papst war in Deutschland – und er sprach an vielen verschiedenen Orten. Doch auch er verlässt sich nicht mehr auf klassische Kommunikationsorte und –wege allein. Die katholische Kirche ist im Internetzeitalter angekommen, bei Twitter, Facebook und Youtube, und präsentiert zum Papstbesuch in Deutschland eine regelrechte Social Media Offensive.

Papst Benedikt XVI. bei der Ankunft

„Aus dem Vatikan, am 24. Januar 2010, dem Gedenktag des Heiligen Franz von Sales“ – so war sie datiert, die Botschaft des Papstes über die – so wörtlich - „Seelsorge in der digitalen Welt“. Eine Seelsorge, schrieb der Papst damals, die den „Menschen unserer Zeit und der verirrten Menschheit von heute“ zeigen können müsse, „dass Gott nahe ist“. Und weiter: „Euch, liebe Priester, lade ich ein, mit Weisheit die außergewöhnlichen Möglichkeiten zu ergreifen, die sich durch die moderne Kommunikation bieten.“

Anderthalb Jahre später – zum Papstbesuch in Deutschland – haben die lieben Priester diese „außergewöhnlichen Möglichkeiten“ unüberseh- und unüberhörbar ergriffen.

Lied zum Papstbesuch und Zwitscherkonzert

Das Lied zum Papstbesuch gibt es auf der Website der Erzdiözese Freiburg nicht nur zum Anhören, sondern auch gleich noch eine Klavierfassung als Pdf-Datei und eine instrumentale Kurzversion als Klingelton zum Runterladen. Außerdem natürlich alle Informationen zum Papstbesuch in Freiburg – Tickets, Themen, Wetter und jede Menge Links. Zum Beispiel zum Twitter-Account des Erzbistums, wo es heißt: „Erzbistum Freiburg freut sich auf Benedikt XVI.“ und: „Papstbesuch wird von einem Zwitscherkonzert begleitet“. Was tatsächlich stimmt: Am Donnerstag gehörte der Papstbesuch jedenfalls zu den fünf häufigsten
Themen im Kurznachrichtendienst Twitter. Und die katholische Kirche zwitschert kräftig mit. Erst im Juni verschickte sogar der Papst selbst seinen ersten Tweet. Im Internet kursiert von diesem denkwürdigen Ereignis ein Video. Man sieht, wie Benedikt XVI. unter Anleitung einiger kirchlicher Würdenträger fast ehrfürchtig einen I-Pad betastet und so die frohe Botschaft vom neuen Nachrichtenportal des Vatikans in die Netzwelt trägt.

Nachrichten auf Facebook

Mit dem Papstbesuch in Deutschland hat, so scheint es, die Social Media Offensive der Katholischen Kirche einen neuen Höhepunkt erreicht. Auf Facebook ist man mit einer eigenen Fanseite zum Papst in Deutschland präsent. Bis Freitagabend hatten dort 4.252 Personen per Likebutton-Klick kund getan, dass sie die Seite mögen. Unter den geposteten Texten, Bildern und Videos finden sich allerdings auffallend viele Beiträge, die nicht etwa von einzelnen Schäfchen aus der großen Internetnutzergemeinde kommen, sondern aus den Kommunikationskanälen der katholischen Kirche selbst. Wie zum Beispiel das betont jugendlich gestaltete Video über zwei Kinder, die sich auf den Papst freuen.

Live beim Papst per Streaming

Auf der von der Deutschen Bischofskonferenz eingerichteten Website Papst-in-Deutschland.de konnte außerdem jeder, dem die Berichterstattung in den traditionellen Medien nicht ausreichen sollte, die Reise des Kirchenoberhaupts live mitverfolgen. Der Livestream zeigte wirklich fast alles, Freitag Nachmittag auch über eine halbe Stunde lang einfach nur den Hubschrauber der Bundespolizei, mit dem der Papst nach Thüringen fliegen sollte.

In seinem Brief über die neuen Medien hatte Benedikt XVI. übrigens – offensichtlich vergeblich - auch vor einer Gefahr gewarnt, nämlich "dass der Gebrauch der Medien hauptsächlich von dem reinen Bedürfnis bestimmt wird, präsent zu sein, und das Internet irrigerweise nur als einzunehmender Raum angesehen wird."

Kathrin Hondl

Letzte Änderung am: 27.09.2011, 13.56 Uhr

Um das Audio im Flash-Player abzuspielen, installieren Sie bitte das kostenlose Flash-Plugin von Adobe für Ihren Browser.

Livestreams und viel Gezwitscher: Der Papst im Internet

Beitrag aus der Reihe "Netznotizen" von Kathrin Hondl. SWR2 Journal vom 24.9.2011

3:19 min

Sendezeiten Journal

am Morgen:
Mo bis Sa, 8.10 bis 8.30 Uhr
am Mittag:
Mo bis Fr, 12.30 bis 13 Uhr
Sa, 12.40 bis 13 Uhr
am Abend:
Mo bis Sa, 18.40 bis 19 Uhr

Interviews Journal-Interviews hören

Kompetent, Konstruktiv, Kritisch. Das tägliche Interview zum Nachhören. [mehr zu: Journal-Interviews hören]

Vier junge Frauen jeweils mit einem Megafon in der Hand SWR2 Meinung

Standpunkte, Glossen, Betrachtungen von SWR2 am Morgen und SWR2 Journal - zum Nachhören und Nachlesen. [mehr zu: SWR2 Meinung]