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Unsuk Chin wurde 1961 in Seoul, Korea, geboren. Ihre pianistische Ausbildung begann in frühester Kindheit. Von 1981 bis 1985 studierte sie Komposition an der Seoul National University bei Professor Sukhi Kang. Das noch während des Studiums entstandene Stück Gestalten wurde 1984 von den IGNM Weltmusiktagen in Kanada sowie 1986 beim Unesco Rostrum for Composers in Paris ausgewählt. Mit dem Stück Spektra für drei Violoncelli, komponiert zur Abschlußprüfung an der Universität Seoul, gewann sie 1985 den Grand Prix beim Internationalen Gaudeamus Komositionswettbewerb, Amsterdam. Von 1985 bis 1988 studierte sie als DAAD Stipendiatin bei Prof. György Ligeti in Hamburg. Seit Sommer 1988 lebt Unsuk Chin in Berlin und arbeitet als freischaffende Komponistin im Elektronischen Studio der Technischen Universität Berlin. 2004 gewann Unsuk Chin den renommierten Grawemeyer Award for Music Composition für ihr Violinkonzert.
Im Oktober 1993 gewann sie den 1. Preis beim Contest for Orchestra Works to Commemorate the Semicentennial for the Tokyo Governement in Tokyo. Im selben Jahr erteilte ihr das Ensemble Intercontemporain einen Kompositionsauftrag für die Saison 1994/95: das Ensemblewerk Fantaisie mécanique wurde im Dezember 1994 im Centre Pompidou in Paris uraufgeführt und gehört mittlerweile auch zum Repertoire des Ensemble Modern. Ein Folgeauftrag des Ensemble Intercontemporain schloß sich 1999 an: mit Xi legte Unsuk Chin ihr bis dahin anspruchsvollestes Werk für Instrumente und elektronische Klangerzeugung vor.
ParaMETAString für Streichquartett und Tonband, eine Auftragskomposition für das Kronos-Quartet, kam im Sommer 1996 zur Uraufführung. Das Klavierkonzert Nr. 1 wurde im Sommer 1997 durch das BBC Symphonie Orchestra of Wales unter Mark Wigglesworth mit dem Solisten Rolf Hind in Cardiff aus der Taufe gehoben. Chins Klavieretüden Nr. 2-4 erhielten beim Internationalen Klavierwettbewerb im französischen Orleans 1998 den Preis für herausragende zeitgenössische Klaviermusik. Weitere Werke, die bereits auf zahlreichen internationalen Festivals zu hören waren und in verschiedenen Rundfunkproduktionen gesendet wurden, sind u.a. Gradus ad Infinitum für 8 Klaviere (Tonband, 1988), Troerinnen für 3 Sängerinnen, Frauenchor und großes Orchester (1986) sowie Akrostichon-Wortspiel für Solosopran und Ensemble (1991/93). Im November 1999 kam in London unter der Leitung von Kent Nagano Miroirs des Temps zur Uraufführung, ein gemeinschaftliches Auftragswerk des BBC und des London Philharmonic Orchestra in Zusammenarbeit mit dem Hilliard Ensemble. Kalá, ein Oratorium für Sopran und Baß solo, Chor und Orchester, ein Auftragswerk dreier skandinavischer Rundfunkanstalten, wurde im März 2001 unter der Leitung von Peter Eötvös in Göteborg uraufgeführt.
In der Saison 2001/02 war Unsuk Chin Composer in Residence beim Deutschen Symphonie Orchester Berlin – eine Zusammenarbeit, die im Auftrag für das Violinkonzert gipfelte, das im Januar 2002 von Viviane Hagner als Solistin und Kent Nagano als Dirigent aus der Taufe gehoben wurde. Das Werk wurde seither in zehn Ländern gespielt – in Europa, Asien und Nordamerika. Zu den Kompositionen der jüngeren Zeit zählen außerdem ein Doppelkonzert (2002) für Klavier, Schlagzeug und Ensemble, entstanden im Auftrag des Ensemble Intercontemporain und von Radio France, sowie snagS & Snarls (2003–04) für Sopran und Orchester, ein Auftrag der Los Angeles Opera. Cantatrix Sopranica (2004–05) für zwei Soprane, Countertenor und Ensemble entstand im gemeinsamen Auftrag der London Sinfonietta, der Los Angeles Philharmonic New Music Group, des Festivals St Pölten, des Ensemble Intercontemporain und der musikFabrik. Chin wurde jüngst zum Composer in Residence beim Seoul Philharmonic Orchestra berufen (2006–08) und mit dem Arnold-Schönberg-Preis 2005 sowie dem Heidelberger Künstlerinnenpreis 2007 ausgezeichnet.
Unsuk Chin sind im Jahr 2007 Programmschwerpunkte bei den Festivals in Manchester, Umea, Turin und Strasbourg gewidmet. Chins Bühnenwerk nach Alice in Wonderland hat am 30. Juni 2007 an der Bayerischen Staatsoper in München Weltpremiere in der Regie von Achim Freyer und unter der musikalischen Leitung von Kent Nagano. Zu ihren zukünftigen Projekten gehören ein Cellokonzert im Auftrag der BBC für den Solisten Alban Gerhardt, ein Orchesterstück im gemeinsamen Auftrag des Orchestre Symphonique de Montreal und des Bayrischen Staatsorchesters unter Kent Nagano, ein Konzert für Sheng und Orchester im Auftrag der Suntory Hall Tokio sowie neue Werke für das Ensemble Modern und das Ensemble Intercontemporain.
Letzte Änderung am: 18.01.2008, 12.16 Uhr