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Programmschwerpunkt 12. September bis 29. Oktober
“Made in Germany“: Ursprünglich wollte sich die britische Wirtschaft mit dieser Waren-Kennzeichnung schützen – gegen vermeintlich minderwertige Nachahmungsprodukte aus Deutschland. Um Maschinen ging es damals. Aber dann musste man diesen auf der Londoner Weltausstellung 1887 ein “very good indeed“ attestieren und “Made in Germany“ galt von jetzt an als allgemeingültiges Qualitätssiegel.
Deutsche Autos, Waschmaschinen oder Radiogeräte sind so weltweit populär geworden, aber deutscher Jazz? Gibt es den überhaupt? Der international wohl bekannteste deutsche Jazzmusiker Albert Mangelsdorff meinte dazu einmal:
“Jede Kunst ist ja Ausdruck der Zeit, in der sie entsteht und Reflektion der Umwelt, in der wir leben. Deshalb sollte ein Jazzmusiker in Europa nicht von sich verlangen so zu spielen wie ein farbiger Musiker in New York oder Chicago, und man sollte es nicht von ihm erwarten, einfach, weil seine Probleme andere sind und sein Lebenskreis anderen Bedingungen unterworfen ist.“
Zu dieser Erkenntnis kamen er, viele seiner Kollegen, das Publikum und auch die Jazzkritik allerdings erst Anfang der sechziger Jahre. Bis dahin orientierte sich die improvisierte Musik hierzulande eng an den Vorbildern aus Amerika. Von frühen Kopieversuchen der Swingorchester, dem Jazzverbot der Nationalsozialisten über die Aufbruchsstimmung der Nachkriegsjahre bis hin zum freien Spiel und den Tendenzen der Gegenwart begleitet unsere Sendereihe den Jazz aus Deutschland.
Mit Stationen unter anderem in Berlin, Frankfurt, Stuttgart, Donaueschingen, Wuppertal, Bremen und wieder Berlin. Denn hier ist “Jazz Made in Germany“ tatsächlich zu einem Markenzeichen geworden, das für kreative Wertarbeit steht.
Letzte Änderung am: 12.08.2010, 11.37 Uhr
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