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SENDETERMIN Sa, 19.11.2016 | 18:30 Uhr | SWR2

SWR2 Interview der Woche Manuela Schwesig, Bundesministerin für Familie, Senioren, Frauen und Jugend

im Gespräch mit Evi Seibert

"Kinderrechte in die Verfassung schreiben! Mehr Frauen in Friedensverhandlungen. Lassen uns bei der Frage der Kanzlerkandidatur nicht treiben."

„Kinderrechte in die Verfassung schreiben“

Bundesfamilienministerin Manuela Schwesig (SPD) macht sich für eine Grundgesetzänderung stark. Schwesig sagte im SWR Interview der Woche, Kinderrechte gehörten in die Verfassung, in das „wichtigste Wertebuch unserer Gesellschaft“. Das sei auch „ein wichtiges Symbol“. Konkret will die Ministerin die Rechte von Kindern in Pflegefamilien stärken. „Gerade Pflegekinder, die schwere Gewalt erlebt haben und dann aus ihrer Familie mussten, wachsen behütet in Pflegefamilien auf und erleben dann, dass sie da oft wieder herausgerissen werden, dass sie keine Sicherheit haben.“ Schwesig sagte im SWR: „Wir müssen, wenn es um solche schlimmen Fälle geht, und jeder einzelne Fall ist wirklich ein dramatisches Schicksal, viel stärker die Kinder in den Fokus rücken.“ Heute stehe aber „oft das Elternrecht über dem Kinderrecht.“ In Gesprächen mit der Union will Schwesig für die Grundgesetzänderung werben. “Die Union sagt da noch nein, und das ist das Problem. Wir brauchen für eine Änderung des Grundgesetzes eine große Mehrheit.“ Am 20. November, dem Tag der Kinderrechtskonvention, will Schwesig gemeinsam mit Prominenten weiter für das Thema werben. Es sei gut, dass die Unterstützung wachse. Sie freue sich sehr, dass zuletzt auch die Justizministerkonferenz die Forderung nach einer Verankerung der Kinderrechte in der Verfassung bekräftigt habe.

„Lassen uns bei der Frage der Kanzlerkandidatur nicht treiben“

Die Frage der Kanzlerkandidatur will die SPD laut Parteivize Schwesig nicht von der Entscheidung Angela Merkels abhängig machen, die für Sonntagabend erwartet wird. Schwesig sagte im SWR: „Ich finde es richtig und wichtig, dass wir uns jetzt von den aktuellen Ereignissen und Spekulationen nicht treiben lassen.“ Die SPD treffe „ihre Entscheidungen nicht anhand der Entscheidungen von Frau Merkel.“ Sigmar Gabriel werde zum richtigen Zeitpunkt einen Vorschlag machen. Auf die Frage nach möglichen Ambitionen von EU-Parlamentspräsident Martin Schulz sagte Schwesig, sie wolle sich an Spekulationen nicht beteiligen. „Dass die SPD über mehrere Köpfe verfügt, die das können, das ist was Gutes, es ist nicht gut wenn sich alles nur auf eine Person reduziert, deswegen werden wir dazu eine gute Entscheidung treffen.“

„Mehr Frauen in Friedensverhandlungen“

Zusammen mit Außenminister Steinmeier und den Vereinten Nationen will sich die Bundesfamilienministerin dafür einsetzen, dass verstärkt Frauen daran beteiligt werden, ihr durch Krieg zerstörtes Land wieder aufzubauen. Im SWR sagte sie: „Wir müssen alles dafür tun, wenn es dann Friedensverhandlungen gibt, dass nicht nur die Männer, die die Kriege angezettelt haben, am Tisch sitzen, sondern vor allem die Frauen.“ Das zu unterstützen sei eine weltweite Verantwortung Deutschlands, bei allen Friedensverhandlungen, an denen Deutschland beteiligt sei.

Sendung vom

Sa, 19.11.2016 | 18:30 Uhr

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Samstag, 18.30 bis 18.40 Uhr

Wiederholung: sonntags von 18.20 bis 18.30 Uhr in SWR Info.

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