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SWR2 Interview der Woche Richard Hilmer, Geschäftsführer des Meinungsforschungs-Instituts "infratest dimap"

im Gespräch mit Klaus Sturm

Sendung vom Samstag, 5.1.2008 | 18.30 Uhr | SWRinfo

"Linkspartei könnte sich bei Landtagswahlen im Westen etablieren"

Der Wahlforscher Richard Hilmer von infratest-dimap geht davon aus, dass die Linkspartei bei den anstehenden Landtagswahlen in Hessen und vielleicht auch in Niedersachsen über die Fünf-Prozent-Hürde kommen kann. Im SWR-Interview der Woche sagte Hilmer, er erwarte auf jeden Fall ein spannendes Wahljahr 2008.

Im Unterschied zu 2007 müssten sich die Parteien in vier Landtagswahlen in Hessen, Niedersachsen, Hamburg und Bayern bewähren. Das werde auch Auswirkungen auf die Arbeit der großen Koalition in Berlin haben. Hilmer befürchtet allerdings keinen Dauerwahlkampf bis zur nächsten Bundestagswahl – und auch keinen Stillstand der Tagespolitik.

Die CDU kann nur verlieren – und die Linken können nur gewinnen

Laut Hilmer muss vor allem die CDU darum bangen, ihre guten Ergebnisse in Niedersachsen und Hamburg zu verteidigen. In Hessen werde ihr das gar nicht mehr gelingen. Die SPD könne sich von einem niedrigen Niveau aus eigentlich bei allen Wahlen leicht verbessern – sie werde aber wohl Stimmen an die Linkspartei verlieren. Und die hat nach Meinung von Hilmer gute Chancen in Hessen, aber vielleicht auch in Niedersachsen in den Landtag zu kommen.

Mindestlohn, Jugendkriminalität – und ansonsten Themen-Mangel

Bei den Landtagswahlen wird es vor allem um das bundespolitische Thema Mindestlohn gehen. An spezifisch landespolitischen Themen mangele es in allen Wahlkämpfen, deshalb werde auch die Jugendkriminalität zum Wahlkampf-Thema. Dieses werde die Politik auch über den Januar hinaus beschäftigen – mindestens bis zu Bürgerschaftswahl in Hamburg oder bis zu den Wahlen in Bayern im September.

Größte Spannung in Hamburg

Wahlforscher Hilmer findet vor allem den Wahlausgang in Hamburg spannend. Dort habe es immer wieder Überraschungen gegeben, und das könne auch diesmal wieder passieren. Es sei aber gut, sagte Hilmer, wenn sich in einem Bundesland neue, ungewohnte Koalitionen bilden könnten – denn das könnte auch die Parteien-Landschaft in Berlin neu mischen, rechtzeitig vor dem Bundestags-Wahljahr 2009.

Das Interview führte Klaus Sturm

Letzte Änderung am: 16.12.2007, 04.13 Uhr