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Heftige Gewitter im Sommer und schwere Stürme im Herbst-Wetterphänomene wie diese lassen sich relativ gut vorhersagen. Doch wie sie genau entstehen, und vor allem in welchem Ausmaß sich zum Beispiel ein Gewittersturm entwickelt, darüber lassen sich noch keine umfangreichen Aussagen machen. Mit "KITcube", einer Großanlage für Unwetterforschung des Karlsruher Instituts für Technologie (KIT), könnte das sich bald ändern.

Messstation des KIT in Hatzenbühl
Auf einem Feld am Rande der südpfälzischen Gemeinde Hatzenbühl haben Meteorologen des Karlsruher Instituts für Technologie (KIT) ihre hochmoderne Wetterforschungsstation aufgebaut. Klassische Instrumente, wie verschieden hohe Messmasten, liefern Basis-Informationen über Temperatur, Luftfeuchte und Windgeschwindigkeit, ähnlich wie das bei einer ganz gewöhnlichen Wetterstation ist. Kombiniert werden diese alt bewährten Messmethoden mit modernen Geräten, wie zum Beispiel dem Wolkenradar.
Dieses kann selbst bei dichtem Nebel erkunden, was sich in den Wolken über der Nebelschicht entwickelt. Das Team um die Meteorologen Andreas Wiese und Martin Kohler erkundet rund um Hatzenbühl Wetterphänomene in einem "Würfel" mit einer Kantenlänge von 10 Kilometern. Der Ort eignet sich für die Forschung ganz gut, weil es zum einen eine große freie Fläche gibt, die noch dazu von einer fast schnurgeraden, kilometerlangen Waldlinie durchzogen wird. Diese Waldkante eignet sich besonders, um die Entwicklung von Stürmen zu beobachten.
Mit Hilfe modernster Messmethoden lässt sich zum Beispiel erkennen, wie die Luft über eine solche Kante strömt, wo und wie Turbulenzen entstehen und wann solche Turbulenzen sogar zu Waldschäden führen. Die Messergebnisse können dann verwendet werden, um Waldpflanzungen so zu gestalten, dass so große Schäden, wie sie durch die Stürme "Lothar" und "Kyrill" entstanden sind, vermieden werden können. Durch die Messungen der Unwetterforscher können zum Beispiel die Wettervorhersagen gespeist werden.
So, dass zum Beispiel künftig das Zentrum eines schweren Gewitters viel präziser vorhergesagt werden kann. In der Atmosphärenforschung gilt "KITcube" derzeit als das modernste Messfeld in Europa. Im kommenden Sommer wird die mobile Messstation in Hatzenbühl abgebaut und nach Korsika transportiert. "KITcube" wird sich dann im Rahmen eines internationalen Großprojektes an den Untersuchungen zum Wasserkreislauf im westlichen Mittelmeer beteiligen.
Helga Schreieck
Letzte Änderung am: 30.11.2011, 11.44 Uhr