Sendung vom Sonntag, 18.3. | 18.20 Uhr | SWR2
Hörspiel von Benno Meyer-Wehlack
Sprecher: Wolfgang Wahl
Regie: Fritz Schröder-Jahn
Produktion: NDR/SWF 1971
Länge: 79 Minuten
Die 1970er-Jahre mit ihren politischen und sozialen Veränderungen hinterfragten auch den Sinn der fiktionalen Literatur. Handfeste Dokumente schienen allem Erfundenen überlegen zu sein und Aktionen fraglos stärker als jedes Gedicht. Es waren Zeiten ärgsten Zweifels an Sinn und Aufgabe der Literatur, als ein 40-jähriger, also nicht mehr junger Autor die Bilanz seines Schreibens zu ziehen versucht. Seine Kritik wie sein Vertrauen auf die Kraft der Erfindung führen an die Grenze künstlerischen Schaffens. Seine radikale Selbstbefragung spiegelt dabei zugleich die Wirklichkeit in den Zeiten des Aufbruchs.
Benno Meyer-Wehlack geboren 1928 in Stettin, lebt in Berlin. Er wuchs auf in Kiel, Berlin und auf Hiddensee. Nach dem Gymnasium wurde er noch Anfang 1945 zum Militärdienst eingezogen, nahm nach Kriegsende Schauspielunterricht und begann zu schreiben. Nach Gelegenheitsarbeiten als Bau-Hilfsarbeiter, Verlagsbote und Landvermessungsgehilfe war er von 1959-61 im SWF-Fernsehspiel, 1965-67 im SFB. Mitglied des PEN und der Akademie der Künste. Er schreibt Prosa, Fernsehspiele und von den bisherigen 19 Hörspielen wurde »Die Versuchung« 1957 mit dem Hörspielpreis der Kriegsblinden ausgezeichnet.
Letzte Änderung am: 13.03.2012, 13.27 Uhr