Von Thomas Bernhard und Siegfried Unseld
Sendung vom Sonntag, 12.2. | 18.20 Uhr | SWR2
Mit: Peter Simonischek und Peter Voss
Funkeinrichtung: Ruthard Stäblein
Regie: Götz Fritsch
Produktion: HR 2009
Macht- und Geduldspiele, Eifersuchtsszenen, Schmeicheleien und Herabsetzungen, Willkommensgruß und Abschiedsbrief, alle Gefühle werden mobilisiert, um eine eigentlich normale Beziehung aufrechtzuerhalten: die Beziehung eines Autors zu seinem Verleger. Wenn der Autor jedoch Thomas Bernhard ist und der Verleger Siegfried Unseld, dann wird daraus ein Stück dramatische Literatur und literarische Camouflage. Es geht nicht zuletzt um Geld, Anerkennung und die Unabhängigkeit der Geister auf einer geschäftlichen Grundlage. Die Dramaturgie des Briefwechsels zwischen Siegfried
Unseld und Thomas Bernhard folgt einer Struktur, als hätte Bernhard eigens für ein Hörspiel die Texte geschrieben, mit sich selbst als Regisseur und in der Hauptrolle – und einem Nebendarsteller, der, wie in seinen Dramen, vielleicht doch alle Fäden in der Hand hat, zumindest in der Hand zu haben glaubt.
Thomas Bernhard, geboren 1931 in Heerlen/Holland, studierte von 1951-1954 an der Akademie für Musik und darstellende Künste in Salzburg und an der Hochschule für Musik in Wien. Seit 1957 Schriftsteller. Mit seinen Gedichten, Erzählungen, Romanen und Theaterstücken gilt er als einer der eigenwilligsten und wichtigsten deutschsprachigen Nachkriegsautoren. Er starb 1989 in Gmunden/Oberösterreich.
Siegfried Unseld, geboren 1924 in Ulm, gestorben 2002 in Frankfurt/Main, hat als legendärer Eigner und Leiter den Suhrkamp Verlag, den er 1959 von Peter Suhrkamp übernahm, zu dem lange Zeit wichtigsten deutschen Verlagshaus für Literatur und Philosophie gemacht.
Letzte Änderung am: 31.01.2012, 10.14 Uhr