Hörbild nach Leben und Sterben eines Malers unter Verwendung von Selbstzeugnissen des Künstlers
Sendung vom Sonntag, 5.2. | 18.20 Uhr | SWR2
Von Elke Heinemann
Mit: Falk Rockstroh, Barbara Augustin, Peter Braun u. a.
Musik: Rainer Quade
Regie: Martin Zylka
Produktion: DLR/WDR/RB 2007
Länge: 83 Minuten
Davos, 15. Juni 1938: Während seine Lebensgefährtin Erna Schilling den Psychiater Dr. Frédéric Bauer telefonisch zu Hilfe ruft, nimmt sich der deutsche "Brücke"-Maler Ernst Ludwig Kirchner durch einen Pistolenschuss das Leben. 1937 war er wie viele andere als Produzent "Entarteter Kunst" aus der Preußischen Akademie ausgeschlossen worden. Noch kurz vor seinem 58. Geburtstag hatte er seine Druckstöcke und einige Skulpturen aus dem "Haus am Waldboden" in Davos-Frauenkirch vernichtet. Mit seinem Suizid beendete der drogenabhängige Künstler das Wechselspiel von Selbstzerstörung und Selbstbestimmung, das die letzten sechs Jahre seines Lebens geprägt hatte.
In dem Hörbild werden Zeugenaussagen mit Auszügen aus Kirchners Tage-und Skizzenbüchern und Briefen an den Arzt und Sammler Dr.Bauer collagiert.
"Elke Heinemann hat in einer detaillierten und genauen Recherche aus den Tagebüchern, Skizzen und Briefen des deutschen 'Brücke'-Malers Ernst Ludwig Kirchner nachgezeichnet und mit Regisseur Martin Zylka eine Collage zu Kirchners Leben und Sterben geschaffen, die sich mit originalen Zeitzeugenaussagen zu einer spannenden und rührenden kunsthistorischen Reportage verdichtet. Mit Kirchner und den ihn umgebenden Menschen fragen sie, ob Selbstüberhöhung im Kunstmarkt eine Notwendigkeit ist - und wie nahe ihr zugleich Selbstmissachtung und -zerstörung sein können: 'Bin ich nicht Napoleon, bin ich eine Maus.'
Elke Heinemann, geboren 1961, lebt nach literaturwissenschaftlicher Promotion, Ausbildung zur Redakteurin an der Henri-Nannen-Schule und längeren Aufenthalten in Paris und London als Schriftstellerin in Berlin. Sie publiziert Hörfunksendungen und Bücher.
Letzte Änderung am: 26.01.2012, 09.59 Uhr