Sendung vom Sonntag, 4.12.2011 | 12.05 Uhr | SWR2
Der Schriftsteller Peter Bichsel und die Religion
Von Matthias Kußmann
Peter Bichsel ist ein Mensch voller Widersprüche. Der große Schweizer Autor, der mit kleinen Geschichten berühmt wurde, liebt das Erzählen, doch vor der Schreibmaschine fällt ihm meist nichts ein. Er geht in laute, volle Kneipen, um dort allein zu sein. Und er bezeichnet sich als religiös - zugleich aber auch als Sozialist. Bichsel ist ein kritischer Kopf, der Gott und die Welt stets aus dem Blickwinkel des "kleinen" Menschen der Gesellschaft sieht: ob in seinen lakonischen Alltagsgeschichten oder als Laienprediger in der Kirche. Seine Erzählbände haben meist nur um die 100 Seiten - gleich das Dreifache jedoch der Band "Gott und die Welt", der seine Texte zur Religion versammelt. In der Sendung spricht der 76-Jährige über sein vertracktes Verhältnis zur Religion: "Ich weiß, dass es keinen Gott gibt, aber ich brauche ihn."
Letzte Änderung am: 23.10.2011, 04.29 Uhr