Sendung vom Sonntag, 11.3. | 12.05 Uhr | SWR2
Wie Katastrophen den Glauben an Gott verändern
Von Jörg Vins
Heute vor einem Jahr begann in Japan eine dreifache Katastrophe: Erdbeben, Tsunami und Reaktorgau. Einer von vielen Anlässen, an einem guten Gott zu zweifeln. Für Atheisten und Agnostiker ist das Böse und das Leid ein klarer Beweis dafür, dass es einen gütigen und allmächtigen Gott nicht geben kann, denn dann würde er ja seinen geliebten Geschöpfen eingreifend helfen. Für Gläubige ist die Existenz des Leides und des Bösen in den meisten Fällen eine schwere Herausforderung, die sie, wenn sie offen sind, immer wieder wenigstens zum Zweifeln bringt. In einigen Fällen sogar dazu, an diesem Gott zu zerbrechen und den Glauben an ihn zu verlieren.
Was für einen Sinn hat das Leid und ein leidender Gott? Gibt es einen Trost in der Sinnlosigkeit oder nur Vertröstung? Ist es lediglich zynisch zu erwähnen, dass man durch das Leid in der Persönlichkeitsentwicklung reifen kann, oder ist es nur eine Frage der "Dosis"? Der Autor nähert sich zusammen mit dem katholischen Tübinger Theologen Karl-Josef Kuschel diesen Fragen, indem die Einwände ernst genommen und gleichzeitig Wege aufgezeigt werden, wie ein Glaube, der sich der Problematik stellt, dennoch eine Berechtigung hat.
Letzte Änderung am: 29.01.2012, 07.23 Uhr