Sendung vom Samstag, 4.2. | 12.15 Uhr | SWR2
Die Arbeitswelt verändert sich ständig. So ist der Niedriglohnsektor mit vielen Mini- und Teilzeitjobs stark gewachsen. Gleichzeitig werden in vielen Branchen händeringend Fachkräfte gesucht. Sie haben Chancen, Wünsche wie permanente Weiterbildung oder eine gute Kinderbetreuung durchzusetzen.

Kinderbetreuung statt Dienstwagen - die Wünsche ändern sich
Der Druck auf die Beschäftigten hat allenthalben zugenommen, die Zahl der Burnout-Fälle steigt. Aber Stress ist nicht nur negativ! Wer unter Dampf steht, leistet mehr, ist stolz darauf und letztlich auch glücklicher als jemand, der die Arbeit scheut und nie die Erfahrung macht, dass Leistung auch selbstbewusst und zufrieden machen kann. Wer in seinem Beruf aufgeht, muss dagegen aufpassen, dass er nicht überzieht! Langfristig ist das auch nicht im Sinne des Arbeitgebers, denn die Mitarbeiter sollen natürlich gesund bleiben. Und deshalb verwöhnen viele Firmen ihre Belegschaft auch mit Sport-Fitnesskursen.
Die Unternehmen werben zunehmend auch mit ihrer guten Kinderbetreuung, und das ist jungen Talenten oft wichtiger als ein Dienstwagen. Das zeigt sich beim Walldorfer Softwareanbieter SAP. Wolfgang Brauer hat sich umgehört, wie er hochqualifizierte Kräfte ködert und beginnt mit der eigenen Kinderkrippe.
Für SAP zahlt es sich aus, wenn die Mitarbeiter fit und gesund bleiben und in Ruhe arbeiten können, wobei es natürlich auch ein enormer Vorteil ist, wenn ein betriebseigener Kindergarten den Nachwuchs versorgt. Diese Art der Kinderbetreuung können die meisten Kleinbetriebe nicht bieten, dafür werben sie mit eigenen Trümpfen - besonders schnelle Aufstiegsmöglichkeiten und dynamische Teamarbeit in einem lockeren Umfeld ohne große Hierarchien. In Berlin gibt es eine besonders rege Gründerszene mit vielen kleinen Startups, die flexible Fachkräfte suchen, und dort berichtet Sonja Volkmann-Schluck.
In den Fabrikhallen nimmt die Zahl der Beschäftigten seit Jahren ab, weil automatisierte Fertigungsstraßen nur noch wenig Bedienungspersonal erfordern - und dieser Trend hält an! Davon sind die Experten beim Fraunhofer-Institut für Produktionstechnik und Automatisierung in Stuttgart überzeugt. Sie beschäftigen sich mit intelligenten Robotern, die weitere menschliche Arbeitskräfte ersetzen können. Wolfgang Stuflesser hat einen Blick in die Fabrik der Zukunft geworfen.
Jede Umorganisation bringt Unruhe mit sich, und deshalb gehen versierte Chefs behutsam vor und schulen die Mitarbeiter ganz individuell. Mal ist es die Anweisung vor Ort, etwa an der neuen Maschine, mal der Workshop, mal ein Kurs. Aber kein Mitarbeiter darf außen vor gelassen werden, alle müssen regelmäßig geschult werden, mahnt Personalberater Werner Bünnagel aus Wasserburg am Bodensee im folgenden Gespräch. Er ist guter Hoffnung, dass die Firmen auch lernschwachen Mitarbeitern zunehmend mit individuellen Konzepten helfen, auf dem laufenden zu bleiben.
Im letzten Beitrag geht es um Menschen geht, die das Rentenalter schon erreicht haben. Viele tun sich schwer damit plötzlich nicht mehr gebraucht zu werden. Und manch einer kann auch nicht still sitzen und arbeitet gern weiter, wenn er eine Chance bekommt. Im Raum Ravensburg hat Heiner Vaut Unternehmer getroffen, die Auftragsspitzen gern mit Rentner abdecken. Es sind Rentner, die mit Begeisterung weiter aktiv sind.
Redaktion und Moderation: Bernd Roling
Letzte Änderung am: 01.02.2012, 15.28 Uhr