Sendung vom Samstag, 28.1. | 12.15 Uhr | SWR2
Ende letzten Jahres öffnete die Europäische Zentralbank die Geldschleusen. Sie stellte den Banken die Rekordsumme von rund 500 Milliarden Euro zur Verfügung - zu einem niedrigen Zinssatz von nur einem Prozent. So wollte die EZB den Banken helfen und die Finanzmärkte beruhigen. Ist der Plan bisher aufgegangen? Oder droht am Ende eine große Inflation?

Die EZB: Stabiler Anker in der Schuldenkrise?
Die Banken in Europa müssen im laufenden ersten Quartal Anleihen im Wert von etwa 270 Milliarden Euro zurückzahlen. Für sie ist die Geldspritze der EZB ein Segen. Doch die Notenbanker wollen nicht nur den Geldinstituten helfen, sondern sie hoffen, dass die Banken das Geld zu günstigen Konditionen an ihre Kunden weiterreichen. Außerdem sollen die Banken in Anleihen die Euro-Krisenländer investieren.
Aber in der Praxis haben die Banken einen erheblichen Teil des billigen Geldes gleich wieder als Liquiditätspolster bei der EZB geparkt. Ein Grund dafür: Die Banken trauen einander nicht, bei der EZB dagegen ist ihr Geld sicher. Vertreter der Großbanken betonen aber auch, dass die Liquidität, die die EZB ins System gepumpt hat, Krisenländern wie Spanien und Italien geholfen hat. Sie konnten sich in den letzten Wochen zu relativ günstigen Zinsen frisches Geld besorgen. Die Gefahr einer großen Inflation sehen sie indes nicht. Denn in vielen Ländern Europas befindet sich die Wirtschaft in einer Flaute, und da lassen sich keine großen Preisaufschläge durchsetzen.
Ein Feature von Samir Ibrahim.
Letzte Änderung am: 26.01.2012, 13.17 Uhr