Sendung vom Samstag, 26.11.2011 | 12.15 Uhr | SWR2
Bis zur Energiewende hat die EnBW gut die Hälfte ihres Stroms aus vier Atommeilern bezogen. Vor einem Jahr wurden dann die beiden Blöcke Neckarwestheim I und Philippsburg I abgeschaltet. Seither schreibt der Karlsruher Konzern rote Zahlen. Und die beiden Großaktionäre haben unterschiedliche Vorstellungen über die künftige Strategie.

Quo vadis EnBW?
Das Land Baden-Württemberg und der Zweckverband Oberschwäbische Elektrizitätswerke - kurz OEW - halten je 46 Prozent der Anteile an der EnBW und ziehen nur bedingt an einem Strang. So hat die OEW beispielsweise verkündet, dass sie frisches Kapital zur Verfügung stellen will, damit die EnBW die Wende hin zu mehr regenerativen Energieträgern besser bewältigen kann. Doch das Land Baden-Württemberg zögert, obwohl EnBW-Chef Hans-Peter Villis drängt. Er will insgesamt 800 Millionen Euro frisches Kapital von den beiden Großaktionären. Die grün-rote Landesregierung steht ihm aber reserviert gegenüber. Er habe bisher viel zu wenig für den Ausbau von Wind-, Wasser- und Sonnenenergie getan, heißt es. Deshalb sucht die Landesregierung seit Monaten nach einem Nachfolger für Hans-Peter Villis. Sie will ein neues Gesicht, das die Energiewende glaubwürdig verkörpert. Aber die OEW hält zu Villis. Hinter ihr stehen mehrere Landkreise, meist geführt von Landräten mit CDU-Parteibuch.
Das Feature geht nicht nur auf die unterschiedliche Strategie der Großaktionäre ein, sondern schildert auch die Sorgen der Mitarbeiter. Sie leiden darunter, dass die EnBW ein hartes Sparpaket aufgelegt hat. Teile der Belegschaft halten die Energiewende nach wie vor für eine teure politische Fehlentscheidung. In den ersten neun Monaten dieses Jahres hat die Energie Baden-Württemberg 550 Millionen Euro Verlust gemacht, im gleichen Vorjahreszeitraum waren es noch 1,25 Milliarden Euro Gewinn.
Ein Feature von Mathias Zurawski
Letzte Änderung am: 23.11.2011, 11.58 Uhr