SWR2 Geld, Markt, Meinung
Goldgräberstimmung zwischen Baum und Borke
Sendung vom Samstag, 11.2. | 12.15 Uhr | SWR2
Die Holzpreise haben ein Rekordniveau erreicht. Neben der Energiewende sorgt vor allem die Holznachfrage am Bau und der Einsatz von immer mehr Holz bei der Gebäudesanierung für drastisch steigende Preise. Während für die Waldbesitzer goldene Zeiten angebrochen sind, steht die Sägewerksindustrie im Südwesten wegen der hohen Preise vor einer Marktbereinigung.
Im deutschen Wald herrscht derzeit Goldgräberstimmung: Die Holzpreise haben nach 20-jähriger Talfahrt ein Rekordniveau erreicht. Das freut die Waldbesitzer. So wie es derzeit aussieht, werden sie auch in den nächsten Jahren ordentlich Geld verdienen. Der Rohstoff Holz bleibt gefragt. Dafür sorgt sowohl die Energiewende, aber auch die Nachfrage aus dem Baubereich. Mittlerweile wird beispielsweise in Baden-Württemberg jedes vierte Haus aus Holz gebaut. Um die weiter steigende Nachfrage nach Holz zu decken, ist jetzt auch die Bundesregierung aktiv geworden. Durch ihre "Waldstrategie 2020" will sie die Versorgung mit heimischen Hölzern auch in Zukunft sichern - doch das beißt sich mit dem Naturschutz. Der Holzboom in Deutschland sorgt für Licht und Schatten.
Derzeit wollen viele Investoren einen Wald kaufen. Doch sie gehen in der Regel leer aus. Wer heute einen Forst besitzt, der verkauft nicht mehr, denn angesichts der hohen Holzpreise stimmt die Rendite wieder, wie Knut Bauer berichtet.
In Baden-Württemberg wird heute jedes vierte Haus aus Holz gebaut. Außerdem werden große Mengen des nachwachsenden Rohstoffs bei der Gebäudesanierung eingesetzt. Peter Lauber über Zimmerleute und Schreiner, die die Holznachfrage anheizen.
Die Holzpreise sind derzeit auf einem Rekordhoch. Der Rohstoff aus dem Wald ist vor allem in Baden-Württemberg, Bayern und Rheinland-Pfalz knapp. Der hohe Preis macht den Sägewerken hierzulande zu schaffen. Mittlerweile ist die Lage so schwierig, dass viele eine Pleitewelle befürchten. Wo die Probleme der Branche liegen, berichtet Wolfgang Brauer am Beispiel des größten Sägewerks in Baden-Württemberg, in Schwäbisch Hall.
Die steigende Nachfrage nach Holz hat auch die Bundesregierung auf den Plan gerufen. Sie will die heimische Versorgung sicherstellen. So sieht die "Waldstrategie 2020" von Bundesagrarministerin Ilse Aigner unter anderem vor, mehr aus den deutschen Forsten herauszuholen. Doch das sehen Naturschützer mehr als kritisch. Ein Beitrag von Stefanie Peyk.
Die Bundesregierung will mehr aus den deutschen Wäldern herausholen. Wie viel Potenzial vorhanden ist, das wird regelmäßig durch Waldinventuren festgestellt und danach richtet sich dann auch, wie viel Holz der Waldbesitzer einschlagen darf. Wie das Verfahren abläuft, hat Harald Holz im Schwäbischen Wald erfahren.
Während im Wald der Kahlschlag aus Profitgründen verboten ist, ist er an anderer Stelle Teil des Geschäfts, in den sogenannten Kurzumtriebsplantagen. Sie sollen helfen, den wachsenden Hunger nach Holz in Deutschland zu stillen. Weiden eignen sich besonders gut: sie sind anspruchslose Pflanzen, die nach drei bis fünf Jahren erntebereit sind. Heiner Vaut hat eine Kurzumtriebsplantage in Oberschwaben besucht.