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SENDETERMIN Mi, 14.5.2014 | 22:03 Uhr | SWR2

SWR2 Feature Der Geschmack radikaler Lust

Immer noch provokant: Die Ideen der "Situationistischen Internationale" | Von Detlef Berentzen

"Firmenschild" Ausstellung Guy Debord, Bibliothéque Nationale, Paris

"Firmenschild" Ausstellung Guy Debord, Bibliothéque Nationale, Paris

Sie bildeten einst eine internationale Bewegung von Künstlern und Intellektuellen, gegründet Ende der 50er-Jahre, waren Urväter der Fluxus- und Performance-Bewegungen der 60er-Jahre, exponierte Kritiker kapitalistischen Spektakels.

Während sich die hiesigen 68er heute ins Altenteil lügen, bleibt der Ansatz dieser experimentellen Avantgarde auch für die Jungen nach wie vor attraktiv: konstruiert provozierende Situationen! Entwerft die totale Demokratie! Verändert folgenreich Sprache und Ästhetik! Lasst die herrschende Kultur in Konkurs gehen! "Aber hier leben? Nein danke!" (Tocotronic).

Die Situationisten sind en vogue. Man stellt sie aus, denkt ihnen nach und widmet ihnen jede Menge Sehnsucht. "Unsichtbare Komitees" berufen sich auf ihre Kritik der "Gesellschaft des Spektakels" und die "Bibliotheque Nationale" in Paris beatmet das Werk von Guy Debord, einem der wichtigsten Protagonisten der einstigen "Situationistischen Internationale" - seine Parole "Ne Travaillez Jamais" ("Arbeitet nie!") ist unvergessen.

Detlef Berentzen ist den sicht- und hörbaren Spuren der Situationisten gefolgt - raus aus der Enge des Alltäglichen, weit hinter den (Lügen-)Horizont des Spektakels.

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Auf den Spuren der "Situationistischen Internationale"

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Das Café "Deux Magots" (Breton, Gide, Sartre u.a.) am Boulevard Saint-Germain im 6. Arrondissement. Nicht zuletzt am "Rive Gauche" lagen bevorzugte Treffpunkte von kritischen Poeten und Künstlern.

Das Café "Deux Magots" (Breton, Gide, Sartre u.a.) am Boulevard Saint-Germain im 6. Arrondissement. Nicht zuletzt am "Rive Gauche" lagen bevorzugte Treffpunkte von kritischen Poeten und Künstlern.

Plakat zur Ausstellung über "Guy Debord" vor der Pariser Bibliothéque Nationale im Jahre 2013

Laurence Le Bras von der Bibliothéque Nationale beantwortet nach ihrer engagierten Führung durch die Guy-Debord-Ausstellung jede Menge Fragen der Besucher.

Der Kunsthistoriker Roberto Ohrt in den Ausstellungsräumen des "8. Salons" in der Hamburger Trommelstraße. Ohrt hat viel zur Geschichte der "Situationistischen Internationale" publiziert. Ein Experte par excellence.

Arrangement in den Verlagsräumen der Hamburger "Edition Nautilus". Links ein Foto des im Jahre 2013 verstorbenen Lutz Schulenburg (Attila Eisenherz), der schon in den 1970ern begann, zusammen mit Hanna Mittelstädt (Clara Diabolis) und Pierre Gallissare Werke der Situationisten zu übersetzen und zu publizieren.

Die Verlagskatze des Hamburger Nautilus-Kollektivs auf ihrem Stammplatz - eine schnurrende Anarchistin, die Situationen von Ruhe und Zärtlichkeit konstruiert.

"Forum der verlorenen Hoffnungen" vor dem Bundeskanzleramt in Berlin (2009). Hoffnungen und Sehnsüchte werden per Megafon vorgetragen - Veranstalter: Das "Zentrum für Politische Schönheit".

Die Mitglieder der Gruppe "Kreismal" nach den Tonaufnahmen für ein Feature im ARD-Hauptstadtstudio Berlin. Im Vordergrund der Sänger und Texter André Leipold, er ist eng verbunden mit dem "Institut für Politische Schönheit".

Sendung vom

Mi, 14.5.2014 | 22:03 Uhr

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