Sendung vom Sonntag, 18.12.2011 | 14.05 Uhr | SWR2
Eine Hommage zum 100. Geburtstag
Von Sabine Grimkowski
Im Jahr 1911 geht ein Gespenst um in Frankreich. Ein Mann in schwarzem Anzug, mit Zylinder und schwarzer Maske, in der Hand ein blutiges Messer, erhebt sich wie ein riesenhafter Schatten über Paris und setzt seinen Fuß auf die Stadt: Fantômas. Er ist eine Allegorie des Verbrechens, die Verkörperung des Kriminellen.
Die beiden Journalisten Marcel Allain und Pierre Souvestre haben mit Fantômas eine Romanfigur geschaffen, die wie keine andere das böse Ende der Belle Epoque verkörpert. Frankreich, weltweit die zweitgrößte Finanzmacht, erlebt eine Zeit sozialer Spannungen. Attentate anarchistischer Banden halten die Polizei in Atem. Die Fantômas-Romane spiegeln diese Ereignisse und übersteigern sie ins Surreale. Und sie bescherten den Lesern dabei jene Mischung aus Schauer und Unterhaltung, Fantasie und topografischer Präzision, die ein Buch zum Bestseller macht. Bon anniversaire, Fantômas!
Letzte Änderung am: 18.12.2011, 17.42 Uhr