Sendung vom Mittwoch, 14.9.2011 | 22.05 Uhr | SWR2
Auf den Spuren von Gerd Albartus
Von Peter Hillebrand

Anschlag der Revolutionären Zellen auf eine Polizeidienststelle in Hamburg (1986)
Im Dezember 1991 veröffentlichte "die tageszeitung" einen Text der Revolutionären Zellen, einer linksradikalen Organisation, die seit den 1970er-Jahren mit zahlreichen Bombenanschlägen von sich Reden machte. Unter der lapidaren Überschrift "Gerd Albartus ist tot" teilte sie mit, dass ihr Genosse von einer Gruppe im Nahen Osten, für die er aktiv war, ermordet worden war und rechnete mit den Mördern ab. Die Todesnachricht überraschte selbst Menschen, die ihm sehr nahe standen. Sie wussten zwar von seiner verbüßten Haftstrafe wegen Mitgliedschaft in den Revolutionären Zellen, aber diese Seite seines Lebens kannten sie nicht: weder der Redakteur des WDR, für den er Radiobeiträge produzierte, noch der Abgeordnete der Grünen im Europäischen Parlament, als dessen Assistent er arbeitete. Auch die Polizei war überrascht. Nur die Staatssicherheit der DDR kannte sich aus. Unter ihrer Obhut hatte Gerd Albartus nach seiner Entlassung aus dem Gefängnis den Kontakt zu eben jener Gruppe des berüchtigten Terroristen Carlos gepflegt, die ihn schließlich ermordete. 20 Jahre später begibt sich das Feature auf Spurensuche.
Letzte Änderung am: 14.09.2011, 10.11 Uhr