Sendung vom Mittwoch, 20.1.2010 | 22.05 Uhr | SWR2
Wie Ayub, Akhdar, Ahmed und Abu Bakr im Gefangenenlager Guantánamo Bay landeten
Von Christian Lerch
(Produktion: ORF/SWR/WDR)
Im September 2001 erreichten vier uigurische Männer ein Bergdorf nahe der afghanischen Stadt Jalabad. Sie waren aus ihrer Heimat, der westchinesischen Provinz Xinjiang, vor politisch-religiösen Repressionen durch die chinesische Regierung und vor wirtschaftlicher Perspektivlosigkeit geflohen.
Vom Terroranschlag auf das World Trade Center am 9. September, tausende Kilometer entfernt, und dem Beginn des sogenannten "Kriegs gegen den Terror" wussten die jungen Männer nichts - bis zu dem Tag, als Bomben auf das Bergdorf fielen. Erneut mussten sie fliehen und wurden schließlich von Einheimischen als "enemy combatants" für 5000 Dollar pro Kopf an die US-Army verkauft. Ayub (17), Akhdar (27), Ahmed (28) und Abu Bakr (32) landeten zunächst in einem Lager in Kandahar und schließlich für vier Jahre in Guantánamo.
Seit 2006 leben sie als Asylbewerber im albanischen Tirana:"They 've killed my future and didn't say any sorry", sagt Ayub im Juni 2009 und fühlt sich, wie alle Vier, von der ganzen Welt betrogen.
Letzte Änderung am: 13.12.2009, 03.52 Uhr
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