Sendung vom Mittwoch, 6.1.2010 | 22.05 Uhr | SWR2
Vielvölkerstaat Türkei
Von Harald Brandt
In der Türkei findet die gesellschaftliche Verarbeitung der Folgen des Ersten Weltkriegs erst seit wenigen Jahren statt. Auf der einen Seite stehen die Opfer des offiziell immer noch nicht als Völkermord anerkannten Massakers an den Armeniern, auf der anderen die zu hunderttausenden in Ostanatolien gestorbenen und geflohenen Muslime. Der weitgehend verdrängte Versöhnungsprozess mit den Armeniern, Griechen und anderen ehemaligen Minderheitenvölkern des Osmanischen Reiches drückt sich auch heute noch in einem Gefühl der Bedrohung durch ausländische Mächte aus.
Besonders schwierig ist die Situation im östlichen Anatolien, wo ethnische und religiöse Minderheiten bis heute um Anerkennung und Schutz kämpfen. Allerdings gilt die Provinzhauptstadt Mardin in der Nähe der syrischen Grenze vielen Türken als eine Art "Insel der Toleranz". Beginnt sich etwas zu verändern im Vielvölkerstaat?
Letzte Änderung am: 13.11.2009, 16.05 Uhr
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