Sendung vom Donnerstag, 8.11.2007 | 20.03 Uhr | SWR2
Wie die letzte DDR-Jugend
erwachsen wurde
Von Lotta Wieden
Die politische Wende markierte für diejenigen, die 1989, im Jahr der Wende, noch Teenager waren, zugleich tiefe biografische Einschnitte. Für sie, die gerade erst anfingen, sich abzunabeln von Elternhaus- und Schulautoritäten, begann mit der Wende eine Zeit großer Verunsicherung. Sie erlebten den abrupten Umsturz des gesamten Schulsystems, die rasante Auflösung von Pionierorganisationen und FDJ-Verbänden und – häufig genug – die Hilflosigkeit ihrer plötzlich arbeitslos gewordenen Eltern.
Da ist die damals 15-jährige Sonja Mertin, die sich noch Jahre nach dem Mauerfall persönlich beleidigt fühlt, wenn ihre DDR als Diktatur bezeichnet wird. Da ist der damals 17-jährige Wolf Albin, der den endgültigen Untergang der DDR am 3. Oktober 1990 mit einer Träne in seinem Tagebuch als den Verlust von etwas Vertrautem, einem zu Hause, beweint. Und da ist der junge Unteroffizier der Nationalen Volksarmee Reiner Piske, der sich bis heute über jeden abgerissenen Plattenbau in seiner Heimatstadt Hoyerswerda freuen kann.
Letzte Änderung am: 08.11.2007, 06.04 Uhr