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SWR2 Feature Die Mauer von Ahmedabad

Sendung vom Mittwoch, 29.4.2009 | 22.05 Uhr | SWR2

Bewährungsprobe für Gandhis Indien
Von Gerhard Klas
(Produktion: SWR/BR/SR)

Drei Kilometer lang, drei Meter hoch, mit Stacheldraht gekrönt, zieht sich seit 2002 eine Mauer durch die südlichen Quartiere der Millionenstadt Ahmedabad im westindischen Bundesstaat Gujarat. Säuberlich trennt sie Muslime und Hindus voneinander. Auf der einen Seite wehen grüne Fahnen, auf der anderen die der Hindus in safran-orange. Hier die Moscheen und der Ruf des Muezzin, dort die Tempel und Gesänge der Brahmanen. Die Mauer ist in Indien zu einem Symbol des Hasses geworden. Anschläge auf Marktplätze, Bahnhöfe, Sufi-Schreine, hinduistische Tempel und muslimische Stadtteile häufen sich in letzter Zeit. Für die meisten werden islamistische Terrorgruppen verantwortlich gemacht. Aber auch rechte Hindu-Fundamentalisten betreiben eine unerbittliche Politik gegenüber Minderheiten. Sie grenzen aus, vertreiben, foltern und morden. Im Mai 2009 wird in Indien, der weltweit größten Demokratie, eine neue Regierung gewählt. Gandhis Vision eines gewaltlosen Indiens steht vor einer großen Bewährungsprobe.

Letzte Änderung am: 21.04.2009, 14.05 Uhr