Sendung vom Mittwoch, 3.2.2010 | 22.05 Uhr | SWR2
Geschichten aus der globalen Geflügelwirtschaft
Von Bettina Rühl
(Produktion: BR 2009)
Jahrelang war die Geflügelmast für die ghanaischen Bauern ein lukratives Geschäft. Dadurch entstanden Jobs auch in anderen Bereichen: Hähnchenzüchter, Futtermüller, Hühnerhändler, Tagelöhner und Transporteure hatten gute Einkommen und stellten Arbeitskräfte ein. Doch seit einigen Jahren sind nicht nur die Ställe verwaist, der ganze Industriezweig brach zusammen. Dabei essen die Ghanaer vielleicht sogar noch mehr Geflügel denn je – nur kaufen sie heute nicht mehr die Hühner von den Bauern nebenan, sondern gefrorene Geflügelteile aus Europa. Die werden in Ghana und anderen westafrikanischen Staaten zu Schleuderpreisen angeboten. Denn die europäischen Verbraucherinnen und Verbraucher mögen vor allem die Brüste von Hähnchen und Pute. Der Rest, also Keulen, Beine und Rumpf, ist auf dem deutschen Markt kaum abzusetzen. Doch statt die sogenannten "Nebenprodukte" als Abfall zu entsorgen, verkaufen die Händler sie tiefgefroren nach Afrika. Gegen diese Konkurrenz können die afrikanischen Geflügelbauer nicht konkurrieren.
Letzte Änderung am: 27.12.2009, 04.24 Uhr
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