Sendung vom Donnerstag, 18.1.2007 | 20.03 Uhr | SWR2
Wie und warum wurde Eichmann aus Argentinien entführt?
Von Gaby Weber
(Koproduktion: SWR/DLF/WDR)
Am 23. Mai 1960 gibt der israelische Ministerpräsident David Ben-Gurion im Parlament in Jerusalem bekannt: „Adolf Eichmann befindet sich in israelischer Haft.“ Einem der Hauptverantwortlichen der nationalsozialistischen Judenvernichtung konnte der Prozess gemacht werden. 1962 wird Eichmann in Jerusalem hingerichtet. Niemand fragte mehr danach, ob Eichmann tatsächlich vom Mossad, dem israelischen Geheimdienst aufgespürt und entführt worden war. Ben-Gurion hatte dies jedenfalls nie behauptet. Über Jahre recherchierte Gaby Weber in Archiven. Was sie fand, legt den Schluss nahe: Nicht der israelische Geheimdienst spürte Eichmann auf. Und er wurde den Israelis auch nicht ausgeliefert, weil er den Holocaust organisiert hatte, sondern wohl auch weil er zu viel wusste. Aber was wusste Eichmann? Die Spur führt zu dem geheimnisvollen William Mosetti: Österreicher, dann Italiener, Offizier im Dienste Mussolinis, in US-Diensten ein Mann von Standard Oil, schließlich Generaldirektor von Mercedes Benz Argentina. In dieser Eigenschaft war er der Chef von Adolf Eichmann.
Letzte Änderung am: 09.01.2007, 15.40 Uhr
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