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SWR2 Essay "Ein Leben ohne Bücher ist genauso armselig wie ohne Musik"

Sendung vom Montag, 5.12.2011 | 22.05 Uhr | SWR2

Mauricio Kagel und die Literatur
Von Werner Klüppelholz

Der international renommierte deutsch-argentinische Komponist Mauricio Kagel

Viele Komponisten seit Beethoven waren fleißige Leser, doch keiner hat so in und von der Literatur gelebt wie Mauricio Kagel. Als Sohn eines Buchdruckers und leidenschaftlichen Buchliebhabers ("Mein Vater las selbst unter der Dusche") wuchs Kagel in der Literaturmetropole Buenos Aires auf, die noch heute 900 Buchhandlungen besitzt.

Eine weitere prägende Erfahrung war die Vielsprachigkeit der europäischen Emigranten in den 1940er-Jahren. Um Lyrik im Original lesen zu können, lernt Kagel mehrere Fremdsprachen, und bis zuletzt versenkt er sich Tag und Nacht in die spanische, deutsche, französische, angloamerikanische oder italienische Literatur der letzten vier Jahrhunderte. Darüber hinaus analysiert Kagel mittels Literatur die Welt, etwa das Verhältnis der Kulturen zueinander.

Zum lebenslangen Lesen addieren sich Kagels persönliche Kontakte zu Schriftstellern. Julio Cortázar ist in Buenos Aires der Nachhilfelehrer seiner Schwester, Kagel begleitet regelmäßig Jorge Luis Borges bei seinen Kinobesuchen, mit Witold Gombrowicz spielt er Schach und in Europa trifft er Beckett, Butor, Carpentier oder Michaux.

Aus tiefer Verehrung hat Kagel allerdings so gut wie nie große Literatur vertont, denn Gesang ruiniert jeden Text. Mit einer charakteristischen Ausnahme kurz vor dem Tod: "In der Matratzengruft" nach Versen des späten Heine, mit dem sich Kagel bruchlos identifizieren konnte.

Robert Schumann sprach, er habe Kontrapunkt von Jean Paul gelernt. Bei Mauricio Kagel hat die Musik der Literatur noch weit mehr zu verdanken. Davon handelt diese Sendung zum 80. Geburtstag des Komponisten.

Letzte Änderung am: 30.10.2011, 04.25 Uhr

Sendezeit Montags von 22.05 bis 23 Uhr.

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