Sendung vom Montag, 12.10.2009 | 22.05 Uhr | SWR2
Wie wir wahrnehmen
Von Friedrich Pohlmann
Sehen und Hören werden in diesem Essay so aufeinander bezogen, dass sich die jeweiligen Eigentümlichkeiten unserer visuellen und akustischen Wahrnehmung profilieren können. Dabei stehen drei Themenbereiche im Vordergrund. Erstens das Sehen und Hören im unmittelbaren Sozialzusammenhang: Was sind die Charakteristika des Blickes ins Auge des anderen, in sein Gesicht, auf seine Gesamterscheinung? Wodurch zeichnet sich die Selbstwahrnehmung im Spiegel aus? Was impliziert das passive Hören des anderen? Was sind die Unterschiede zwischen Singen und Sprechen? Zweitens stellt sich die Frage nach den Besonderheiten der Klanggestalt. Was meint der Gestaltbegriff, der aus dem Bereich der visuellen Wahrnehmung und bildenden Kunst stammt, im Bezug auf Musik? Ist er dort überhaupt anwendbar? Und drittens die Frage nach den soziokulturellen Prägungen unseres Sehens und Hörens. Welche typischen Formungen lassen sich aus der Gesellschaftsgeschichte erschließen? Welche Prägungen stehen in der Gegenwart an erster Stelle? Und welche Auswirkungen haben die Medien - vornehmlich Fernsehen und Radio - auf unsere Wahrnehmung? In diesen Fragestellungen gewinnt unser visuelles und akustisches Rezeptionsvermögen Kontur.
Letzte Änderung am: 13.09.2009, 03.41 Uhr