Sendung vom Montag, 20.2. | 22.05 Uhr | SWR2
Kontrolle und Regulierung, Bekenntnis und Vergebung
Von Johannes Bilstein

Eine Frau in einem Beichtstuhl
Über Jahrhunderte war die Beichte im christlichen Europa täglich geübte Praxis, deren Form sich genauso entwickelt hat wie ihre Wirkungen und Funktionen. Viele Menschen haben sie gefürchtet und bekämpft, ebenso viele haben sie als hilfreiches und heilsames Instrument der Seelenhygiene geschätzt, ja geliebt. Neben und nach den religiös-kirchlichen Formen der Beichte finden sich weltliche Varianten organisierter Bekenntnisse, die freilich den zwingenden Kontext von Schuldeingeständnis und Vergebung nicht mehr garantieren können. Den säkularen Rest-Formen der Beichte, denen wir heute in den vielen Talkshows und einer überbordenden Bekenntnis-Literatur begegnen, fehlt jede transzendente Einbindung und damit das letztgültige Versprechen der Erlösung.
Letzte Änderung am: 15.02.2012, 09.53 Uhr