SWR2 EssayModern ist, wer seiner Zeit gewachsen ist
Max Bense: ein Porträt
Von Marlis Gerhardt
In den Jahren von 1949 bis 1978 lehrte Max Bense an der Technischen Hochschule Stuttgart Philosophie. Bense war ein berühmter Mann, zu dessen Vorlesungen ein breites Publikum pilgerte als ginge es um einen Theaterabend. Dabei blieb er doch immer ein Einzelgänger, der seinen eigenen wissenschaftlichen Sonderweg ging und mit dem damals herrschenden Zeitgeist nichts zu tun hatte. Für eine Gruppe junger Intellektueller, Schriftsteller, Lyriker, Maler, Architekten und Designer, die sich später „Stuttgarter Schule“ nannte, wurde Bense zu einer zentralen intellektuellen Instanz, ja zu einer Kultfigur. Viele seiner Studenten hörten bei ihm zum ersten Mal die Namen Gertrude Stein und James Joyce, um nur zwei seiner Identifikationsfiguren zu nennen. Jede gewohnte oder angelernte Perspektive wich in Benses Vorlesungen einem anderen Blick und schuf Raum für eine neue Aufmerksamkeit gegenüber den bisher unverständlichen oder schwer zugänglichen Gegenständen oder Personen seines Interesses.
- Alle Sendetermine:
- 19.06.2007, 21.03 Uhr, SWR2 Essay, SWR2
Letzte Änderung am: 13.05.2007, 03.39 Uhr
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