Sendung vom Mittwoch, 7.12.2011 | 19.20 Uhr | SWR2
Ein argentinisches Pianistenleben
Von Francisco Olaso
Der Pianist Miguel Ángel Estrella steigt aus dem Auto und geht die letzten 50 Meter zu seinem Haus zu Fuß. Die Nachbarn erwarten ihn mit Blumen. "Schön, dass sie dein Lächeln nicht ausradieren konnten." Die argentinische Diktatur, die dem Musiker Folter, Haft und Exil eingebracht hatte, ist zu Ende. "Du mit deinem Klimpern und Grinsen bist schlimmer als jeder Guerillero", hatten ihn die Militärs verhöhnt. Sie spotteten darüber, dass ein Pianist, der in den großen Konzertsälen der Welt zu Hause ist, auch in Slums auftritt und in den Gemeinden der Indígenas. Heute pendelt der Pianist zwischen Europa und Südamerika. Er gibt rund 100 Konzerte im Jahr, ist UNESCO-Botschafter und die von ihm gegründete Organisation Música Esperanza ermöglicht Chorgründungen und Alphabetisierungskampagnen in Slums und Haftanstalten.
anschließend Dschungelmusik
Moderation: Rainer Schlenz
Letzte Änderung am: 30.10.2011, 04.30 Uhr