Sendung vom Donnerstag, 7.10.2010 | 19.20 Uhr | SWR2
Das Dschungel-Magazin
Gast im Studio: Der Parkschützer Fritz Mielert
Moderation: Lennart Seebald
In den vielen Berichten über Stuttgart 21 und den Widerstand dagegen kommen vor allem Politiker, Wissenschaftler und Experten zu Wort. Wenig bekannt sind dagegen die Organisatoren der Demonstrationen und Aktionen gegen das Bauprojekt. Im „Dschungel“ diskutiert unser Moderator mit einem der führenden Köpfe des Widerstands.
Fritz Mielert ist Jahrgang 1979, Unternehmensgründer und Architekt. Nach der Schule arbeitete er ehrenamtlich bei Greenpeace mit und beteiligte sich an vielen Aktionen der Umweltorganisation. Dann studierte er Architektur, gründete zusammen mit Kommilitonen eine Firma für Produktdesign und arbeitete anschließend am Institut für Leichtbau, Entwerfen und Konstruieren der Universität Stuttgart. Zu Beginn dieses Jahres baute er zusammen mit einem anderen ehemaligen Greenpeace-Aktivisten die Widerstandsgruppe Parkschützer auf. Die beiden entwickelten die Öffentlichkeitsarbeit der Gruppe und organisieren die Trainings für zivilen Ungehorsam.
Selbst der 15-jährige Enkel hat den Daumen gedrückt
Portrait einer Parkschützerin von Martina Klein
Ursula Hudelist ist 69 Jahre alt und macht seit einem Jahr aktiv bei den Stuttgarter Parkschützern mit. In bitterer Kälte, in großer Hitze und jetzt im Regen hat sie unter den Bäumen ausgeharrt. Einen hat sie sogar geschmückt. Und am Bauzaun vor dem Nordflügel des Hauptbahnhofs war sie auch, einmal sogar jenseits des Zauns, nachdem der von Demonstranten geöffnet worden war. Und möglicherweise wird sie sich auch an einen Baum anketten lassen; ihr Enkel hält ihr dafür schon mal den Daumen.
Das Hörspiel:
Cut up Café – Folge 2: Intoleranz
Von Claudia Lohmann und Oliver Brod
Zwei Frauen, Ende 20, sitzen im Café. Zwei andere hört man im Hintergrund. Außerdem kommen noch ein Kellner zu Wort und zwei weitere Gäste. In der zweiten Folge der Dschungelhörspielserie geht es um Laktose- und andere Unverträglichkeiten, den Sinn und Unsinn von Beziehungen und einen misslungenen Versuch, die Verhältnisse zu automatisieren, denn irgendwo hakt 's eben immer.
Das Gedicht:
Nebelschwaben überm Dinkelacker
Von Lars-Arvid Brischke
Stuttgart im Herbst – da denkt man an Nebel im Talkessel, Volksfestrummel und Parkbäume, die nicht nur ihre Blätter abwerfen, sondern selber fallen.
Der Autor lebt in Berlin, hat aber offenbar mal in Stuttgart gewohnt, sonst hätte er dieses Gedicht nicht schreiben können. Er wurde 1972 in Dresden geboren, hat Energiewirtschaft studiert und ist Referent für energiewirtschaftliche Grundsatzfragen.
Redaktion: Ralf Kröner
Letzte Änderung am: 05.10.2010, 15.24 Uhr