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Im Dornröschenschloss. Wie die Berliner Mauer die Familienbeziehungen einfror. Feature von Martin Ahrends. SWR2 Dschungel vom 10.08.2011.Der eine war zehn Jahre alt und lebte bei seinen Eltern in Ost-Berlin, als die Mauer gebaut wurde. Sein Halbbruder war 14 und lebte bei der Großmutter in West-Berlin. Bis zum 13. August 1961 besuchte der Ältere seine Familie im Osten an jedem Wochenende. Und dann war plötzlich Schluss. Einmal noch versuchten die Brüder, sich über den 30 Meter breiten Grenzstreifen hinweg zu unterhalten. Aber da kam die DDR-Grenzpolizei und verwarnte den Jüngeren wegen "feindlicher Kontaktaufnahme". 50 Jahre nachdem die Mauer gebaut wurde, sind die Folgen der gewaltsamen Trennung noch spürbar. Der Ältere verhält sich seltsam: er kann nichts wegwerfen und einen nicht gehen lassen, wenn man sich verabschieden will als hätte er Angst, man wolle seine Wurzeln noch einmal kappen.