"Aus der Seele muss man spielen, und nicht wie ein abgerichteter Vogel"
Sendung vom Donnerstag, 15.3. | 20.03 Uhr | SWR2
Christoph Bernhard: "Von der Singe-Kunst oder Manier und Tractatus compositionis" (6/7)
Dagmar Munck im Gespräch mit dem Kantor Rainer Johannes Homburg
Heinrich Schütz hat seine Kompositionslehre nicht selbst verfasst. Sein Schüler Christoph Bernhard hat sie zwischen 1655 bis 1660 aufgeschrieben. Sie ist die wichtigste Quelle für die Musik dieser Zeit, erstmals in deutsch verfasst, damit sie jedermann zum Gebrauch zur Verfügung steht.
Im ersten Teil "Von der Singe-Kunst oder Manier" finden sich in schönster Systematik und farbig geschildert Tipps für die Interpreten – auch die heutigen: wie man Singen soll, wie ausschmücken oder verzieren, wie die Affekte - Freude, Trauer und dergleichen - gestalten. Und auch wie der Sänger dabei aussehen sollte ("nicht die Wangen und Nasen verstellen wie die Meerkatzen..."). Zudem liefert Bernhard alle Regeln der Setzkunst einschließlich der erlaubten Verstöße gegen sie und gibt damit die Kriterien für Kompositionen vor, die bis ins 20. Jahrhundert Gültigkeit hat.
Christoph Bernhard
Aus der Tiefe rufe ich Herr zu Dir (Psalm 130)
Greta de Reyghere, Sopran
Ricercar Consort
Diverse Ausschnitte aus
Heinrich Schütz
"Musikalische Exequien"
Dresdner Kammerchor
Leitung: Hans-Christoph Rademann
(Teil 7, Donnerstag, 22. März, 20.03 Uhr)
Letzte Änderung am: 16.03.2012, 10.07 Uhr