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Warum Gottschalk Live in dieser Form keine Zukunft hat
Kommentar von Kai Karsten im SWR2 Journal am Morgen vom 21.02.2012
Noch im Dezember bewunderten wir zu 18 Millionen Gottschalk live. Also live in Wetten dass. Jetzt schaffen wir Fans es oft gerade noch auf die Million. Wobei selbst wir verbliebenen, eigentlich nicht mehr hingucken können, wenn Thomas Gottschalk, sich und uns vor der Tagesschau quält. Tragisch und überraschend. Gottschalk ist doch so oft angstfrei, neugierig und humorvoll gewesen. Beruflich und auch Privat. Beruflich als er vom Ideenentwickler Elstner, das beste Konzept in der deutschen TV Geschichte locker übernahm. Elstner, präzise wie seine Idee, erkannte rechtzeitig mit ihm selbst als Showmaster wäre Wetten das nicht so lange gutgegangen. Der Respektlose, schnelle und witzige Gottschalk und Elstners durchdachte Konzept sind das perfekte Gleichgewicht für den Erfolg gewesen. Und ist das auch schon die Erklärung für die Pleite im Vorabend?
Das Konzept Gottschalk live ist einfach nicht gut genug für den spontanen Entertainer? Nein, denn Gottschalk live hat gar kein Konzept. Gar kein Konzept, klingt mutig – ist für 25 Minuten Fernsehen aber schlicht arrogant und faul.
Beides war Gottschalk nicht, als er einst ins Salzkammergut an den Attersee zu Hans Joachim Kulenkampff pilgerte. Lange nach Kulis Abgang aus seiner eigenen großen Samstagabend Unterhaltung. Gottschalk, damals im heutigen Stefan Raab Alter, nährte sich demütig seinem Idol, auch, um mal eine Ahnung zu bekommen, wie das so sein wird am Ende der ganz großen Kariere. Kulenkampff, so erzählt Gottschalk immer wieder gerne, habe sich verbittert und gescheitert präsentiert. Sein Vorgänger als bester Showmaster der Republik hätte in seiner dunklen Villa auf Alle und das Fernsehen geschimpft. Und jedes Mal wenn Gottschalk die Kuli Anekdote erzählt betont er – so möchte er auf gar keinen Fall enden. So wird er auch nicht enden. So ist er jetzt, täglich um 19.20. Nur leider nicht in einer dunklen Villa, sondern im ARD Vorabendprogramm.
Letzte Änderung am: 21.02.2012, 15.13 Uhr