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SWR2 extra: Türkei Türkei - Land des Aufbruchs

Programmschwerpunkt vom 27.12. bis 10.01.2010

Junge Türken auf einer Einkaufsstraße in Istanbul

Rauchen verboten! Ausgerechnet im traditionellen Raucherland Türkei: Wer in öffentlichen Einrichtungen, Bahnhöfen und Gaststätten qualmt, muss seit Juli mit empfindlichen Strafen rechnen. Eine kleine Veränderung im türkischen Alltag, die zeigt: Die Türkei verändert sich. Sie entfernt sich immer mehr von den Klischees, die in Deutschland über die Türkei existieren. Auch politisch: Die Frauenrechte wurden gestärkt. Mit Armenien zeichnet sich eine Versöhnung ab.

Türkische Klänge besser verstehen
Sonntag, 27.12., 8.30 Uhr
SWR2 AULA über die Türkische Musik

Die Kurden, vor zwanzig Jahren noch als "Bergtürken" diffamiert, haben heute immerhin ihr eigenes Fernsehprogramm. Damit sind bei weitem nicht alle Hürden überwunden, die einem möglichen EU-Beitritt im Weg stehen. Nach wie vor gibt es Probleme mit der Pressefreiheit und den Menschenrechten. Doch die genannten Veränderungen zeigen: Es lohnt sich hinzusehen.

Berichte, Reportagen und Interviews

SWR2 tut das mit dem Programmschwerpunkt SWR2 extra: Türkei. Zahlreiche Berichte, Reportagen und Interviews schildern das Leben und die Gesellschaft ebenso wie die facettenreiche Geschichte: In der Türkei berühren sich Orient und Okzident. Hier haben vermutlich die ersten Landwirte gelebt, hier entstanden die frühesten Städte und Sakralbauten. Manche Sprachforscher vermuten in Anatolien sogar den Ursprung der indoeuropäischen Sprachfamilie, auch wenn das heutige Türkisch freilich nicht zu dieser Familie gehört. Türkisch ist übrigens eine bemerkenswerte Sprache: Mindestens so logisch wie Latein und doch ganz anders.

Immer wieder hat die Geschichte das große Land zwischen Mittelmeer und Schwarzem Meer hin- und hergeworfen. Über die anatolische Halbinsel gelangten die Errungenschaften der frühen Hochkulturen nach Europa. Und selbst das Römische Reich geht – der Legende zufolge – auf einen "türkischen" Flüchtling zurück: Aeneas, Prinz von Troja. Später kamen die Römer "zurück", Konstantinopel wurde Hauptstadt des oströmischen Reichs. Der nächste Ansturm kam wieder aus dem Osten: Die Seldschuken drangen aus den Steppen Zentralasiens ein, brachten die Vorläufer der türkischen Sprache mit und führten den Islam ein. Es folgten Osmanisches Reich und die Entstehung der modernen Türkei unter Kemal Atatürk. So wechselvoll ist die Geschichte, dass sich aus ihr kaum ableiten lässt, "wohin die Türkei eigentlich gehört".

Türkische Klänge besser verstehen

Die türkische Musik ist so vielfältig wie die abendländische: Es gibt türkische Klassik und türkischen Funk, Volksmusik und Weltmusik sowie die spirituelle Musik der Sufis. Im Programmschwerpunkt können Sie all das zu hören. Um die türkischen Klänge besser zu verstehen, beginnt SWR2 extra: Türkei am Sonntag, den 27.12. mit einer SWR2 AULA über die Türkische Musik.


Gábor Paál

Quelle: SWR2

Letzte Änderung am: 24.09.2009, 17.46 Uhr



SWR2 extra: TürkeiWas ich an der Türkei besonders mag

SWR Kollegen über die Türkei

Wir haben drei unserer SWR Kollegen, mit ganz unterschiedlichen "türkischen Wurzeln", vier Fragen zur Türkei gestellt.


Filiz Kükrekol

Filiz Kükrekol

Was ich an der Türkei besonders mag:
Filiz Kükrekol: Die Leichtigkeit, mit der die Menschen auch Schweres bewältigen!

Worüber ich mich in der Türkei immer wundere:
Naja, Helden der Planung sind die Türken nicht wirklich, aber egal wie chaotisch vieles aussieht, am Ende funktioniert’s.

Was wäre ein lohnendes Ziel oder ein schönes Ergebnis des Programmschwerpunkts "SWR2 extra: Türkei"?
Wenn wir die Türkei und seine Menschen in all ihrer Vielfalt unseren Hörern näher bringen und Vorurteile abbauen könnten.

Was mag ich an der türkischen Sprache vor allem, was schätze ich besonders an der deutschen Sprache?
Die türkische Sprache ist geradezu ikonoklastisch. Das türkische Wort für Spargel beispielsweise lautet Kuşkonmaz. Eins zu eins übersetzt heißt das: "setzt sich kein Vogel drauf". Die Deutsche Sprache ist direkter und auf den Punkt.

Filiz Kükrekol
1974 in Giengen an der Brenz geboren. Studium der Anglistik und Romanistik in Heidelberg. Seit 2007 beim SWR in der Hörfunk-Redaktion SWR2-Aktuell.



Cüneyt Özadali

Cüneyt Özadali

Was ich an der Türkei besonders mag:
Cüneyt Özadali: In welchem Land der Erde kann man tagtäglich zwischen Europa und Asien pendeln ? Und was gibt es aufregenderes als ein Land im Wandel? Außerdem hat die Türkei eine sehr abwechslungsreiche Landschaft. 


Worüber ich mich in der Türkei immer wundere:
Die Menschen meistern immer wieder große Krisen und verlieren dabei nicht die Hoffnung und ihren Optimismus. Sie finden noch dazu die Kraft andere zu trösten.


Was wäre ein lohnendes Ziel oder ein schönes Ergebnis des Programmschwerpunkts "SWR2 extra: Türkei"?
Am Ende sollte man vielleicht sagen können: Der Schwerpunkt hat mir eine Türkei näher gebracht, die ich so bislang nicht kannte.


Was mag ich an der türkischen Sprache vor allem, was schätze ich besonders an der deutschen Sprache?
In der türkischen Sprache gibt es keine Artikel. Eine Frau braucht man sprachlich nicht feminin, oder einen Mann als maskulin zu definieren. Und: "das" Kind – ein Neutrum? Darüber würde man eher den Kopf schütteln. Außerdem kann ich mit einem einzigen Wort "die Widerspiegelung des Mondes im Wasser" ausdrücken "Yakamoz".
Die deutsche Sprache ist präzise, genau, analytisch, fast distanziert. Doch Goethe & Co machen vieles wett. Beide Sprachen ergänzen sich.

Cüneyt Ozadali
1961 in Izmir geboren. Lebt später mit den Eltern in Deutschland. 1975 bis 1984 wieder in der Türkei. Dort Abschluss des Germanistikstudiums. Ab 1984 mit einem Stipendium Studium in Tübingen in den Fächern Deutsch, Medienkommunikation und Politikwissenschaften. Seit 1995 in der SWR-Redaktion International. Verheiratet mit einer Deutschen. Die Tochter wächst zweisprachig auf.

 

 

Utku Pazarkaya

Utku Pazarkaya

Was ich an der Türkei besonders mag:
Utku Pazarkaya: Ich mag besonders den Bosporus, die Luft, das Meer und natürlich das Essen.


Worüber ich mich in der Türkei immer wundere:
Am meisten wundere ich mich über das Fernsehen und das Parteienwesen.


Was wäre ein lohnendes Ziel oder ein schönes Ergebnis des Programmschwerpunkts "SWR2 extra: Türkei"?
Der Schwerpunkt sollte etwas vermitteln vom Leben der Menschen, vom Wandel und von der Dynamik im Land und dem Widerstreit dieser Elemente mit den vormodernen Weltbildern. Und er sollte Lust machen, das Land zu besuchen.


Was mag ich an der türkischen Sprache vor allem, was schätze ich besonders an der deutschen Sprache?
An der türkischen Sprache gefällt mir ihre poetische Dichte. An der deutschen Sprache schätze ich ihre Präzision und ihren Reichtum.

Utku Pazarkaya
1964 in Stuttgart geboren, gehört zur zweiten Generation türkischer Einwanderer. Die Eltern sprechen zunächst Deutsch mit ihm, von den Großeltern lernt er später beim Besuch in der Türkei die türkische Sprache. Studium der Politikwissenschaften in Stuttgart. Seit 2003 beim SWR in der Fachredaktion für Migration (SWR International)

Letzte Änderung am: 24.09.2009, 17.46 Uhr



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