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Musik und Gehirn Musik - kein Abfallprodukt der Evolution!

Warum der Mensch zu einem musikalischen Wesen geworden ist.

Lange galt die Liebe zur Musik als ein Abfallprodukt der Evolution. Doch zunehmend rückt die Wissenschaft von dieser Haltung ab. Zu sehr scheint die Musik in unserem Gehirn verankert zu sein.

Acht Monate alte Babys verfügen noch über ein absolutes Gehör. Und wenn sie bis zum sechsten Lebensjahr mit dem Musizieren anfangen, steigen die Chancen, dass sie es auch behalten. Bei Sechsjährigen, die Flöte spielen, können Hirnforscher bereits nach 20 Minuten Üben die ersten Effekte beobachten: Im Gehirn vernetzen sich die Hör-Areale mit den senso-motorischen Regionen. Musizierende Kinder können sich im Schnitt besser konzentrieren und zeigen bessere schulische Leistungen. Allerdings halten sich diese Effekte in Grenzen, und in der späteren Jugend verschwinden die Unterschiede. Bei Musikern jedoch ist die Verbindung zwischen rechter und linker Gehirnhälfte ausgeprägter, was vor allem auf die häufig erforderliche Koordination von rechter und linker Hand zurückgeht.

Keine Beweise gibt es dafür, dass Musik die Intelligenz insgesamt fördert – und etwa mozart-berieselte Säuglinge später den höheren IQ aufweisen würden. Viele Befunde legen jedoch nahe, dass Musizieren die so genannte emotionale Intelligenz fördert und die Gewaltbereitschaft mindert – so dass Ex-Innenminister Otto Schily letztlich recht hatte mit seinem Satz: "Wer Musikschulen schließt, gefährdet die innere Sicherheit." Und damit hätte die Musik dann doch wieder einen Sinn. Sie kann emotionale Stimmungen und Feinheiten vermitteln, bei denen die Sprache versagt. Und sie kann nachweislich ähnliche Glücksgefühle auslösen wie manche Drogen oder auch Sex.

Im Themenschwerpunkt "Die Macht der Musik" erklären renommierte Wissenschaftler, wie Musik und Gehirn sich gegenseitig beeinflussen und warum der Mensch zu einem musikalischen Wesen geworden ist. Andere Sendungen hinterfragen Klischees, gehen oft gestellten Fragen und Rätseln aus dem täglichen Leben nach, erklären aber auch Leistungen des Gehirns, das uns nicht selten mit kleinen Tricks auf die Sprünge hilft.

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Letzte Änderung am: 12.11.2008, 16.31 Uhr

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